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Foto: Markus Guhl
Austraße 13174321 Bietigheim-Bissingen
Geschichte und ZukunftDas Industriedenkmal in der Austraße diente seit den 1890er Jahren als ´Firmensitz der Schmirgelwarenfabrik Elbe´. Die Firma wurde sukzessive erweitert und stellt mit dem zwischenzeitlich denkmalgeschützten Gebäudebestand eines der markantesten Zeugnisse der Industrialisierung dar.
Nach der Aufgabe des Produktionsstandortes der Firma Elbe wurde im Zuge einer Quartiersneuentwicklung für das Gesamtareal ein Nutzungskonzept entwickelt. Der östliche Gebäudeteil (siehe hierzu Lageplan) wurde durch die Bauherrengemeinschaft Kerker und Orth erworben und für die gemischte Nutzung mit Büroflächen für ein Architekturbüro, eine Zahnarztpraxis sowie 7 Appartements saniert.
Die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen und Struktur der Bestandsgebäude führte wie beim 1. Bauabschnitt zur Lösung, die Gebäude durch einen im EG transparenten Verbindungsbau zu verknüpfen. Eine neue barrierefreie Erschließung In diesem Gebäudeteil verbindet alle 4 Geschosse sowie eine sinnvolle Anbindung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche.
Der Mittelbau hält dabei entsprechende Respektvoll Abstand mit transparenten Anschlüssen an die Bestandsfassaden und einer modernen Sprache. Das Konzept der Ablesbarkeit der verschiedenen Um- und Zubauten wurde konsequent umgesetzt. Die gewachsene Struktur des Bestands bleibt dabei ablesbar und wie beim Bauabschnitt I war es Ziel den einzigartigen Charakter der Backsteingebäude innen wie außen erlebbar zu halten. Eine intensive Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt hat dabei zu einer gelungenen Lösung geführt. So ist in allen Nutzungsbereichen das Industriedenkmal erlebbar.
Nachhaltigkeit und energetische PlanungDie Nutzung des bestehenden Gebäudes ist in Bezug auf die Verwendung der vorhandenen Substanz und die massive Struktur von hoher Energieeffizienz geprägt. Die hierdurch vermiedene CO2-Emmission ist ein Teil des Effizienzkonzeptes. Die Konzeption des Energiestandard erfolgte für die Gewerbeflächen entsprechend gem. KfW-Energieeffizienzhaus 55EE. Für die Wohnungen wurde der KfW 70-Standard erreicht. Beheizt wird das Gebäude über eine invers betriebene Luft-Wasser-Wärmepumpe, unterstützt durch eine auf dem Flachdach aufliegende sowie dem Satteldach dachintegrierte PV-Anlage.
In Teilbereichen wurde ein Raum-in-Raum-Konzept umgesetzt. Die Patienten und Mitarbeitenden in der Praxis können das einzigartige Ambiente mit Industriegeschichte und modernster Zahnmedizin, vereint an einem Ort, erleben.
In den Wohnungen im 2. OG wurde eine ehemalige Filteranlage, die im Außenbereich ein ebenfalls zu erhaltendes Staubsilo umfasst, integriert und bietet den Mietern einen einzigartigen Charakter. Die jeweiligen Schichten der Umbauten und Entwicklungen über die Jahrzehnte wurden, wo dies möglich war, sichtbar belassen, um Einblicke in die Geschichte des Gebäudes zu ermöglichen. Die mitunter raue Arbeit, die in den Gebäuden über Jahrzehnte vorherrschte, ist so an vielen Stellen noch spürbar
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.