Veranstaltungsort für Tagungen, Seminare, Produktpräsentationen oder Pressekonferenzen.
Informationen für private und gewerbliche Bauherrinnen und Bauherren, Städte und Kommunen.
Foto: Max Hansen
Europaplatz72072 Tübingen
Zentrales Element ist der neuentstandene Bahnhofsvorplatz, den es in dieser Form bisher nicht gab. Das damalige Vordach des Bahnhofes wurde abgerissen und die historische Fassade des barocken Bahnhofsgebäudes freigestellt. Im Zuge der Bahnhofssanierung wir der ehemalige Arkadengang durch großflächige Glaselemente optisch wieder geöffnet. Durch die teilweise Anschüttung des Sockelbereichs wird der barrierefreie Zugang zum Bahnhofsgebäude ermöglicht. In den Zwischenbereichen bleibt der Sockel des Bahnhofsgebäudes freigestellt, um die Anliegen des Denkmalschutzes zu erfüllen. Kleinere Mauern mit integrierten Stufen ermöglichen das Entlangschreiten an der Fassade und überbrücken den Höhenunterschied.
Der Vorplatz ist von einem Hain schattenspendender, mehrstämmiger Großbäume geprägt, die das Grün des angrenzenden Anlagenparks bis auf den Bahnhofsvorplatz fortführen. Spielerisch tanzen die Haltestellendächer aus Sichtbeton durch den Hain. Leichte Knicke in der schlanken Dachkonstruktion unterstreichen den architektonischen Charakter der Dächer, die wie selbstverständlich auf Stützenpaaren ruhen. Drei der Dächer überspannen die Zugänge zur Tiefgarage. Ein eigens entwickelter Wind- bzw. Regenschutz sorgt für Schutz, beinhaltet Fahrgastinformationen und gliedert den Wartebereich. Modulare Sitzgelegenheiten schmiegen sich harmonisch unter die Dächer und kehren in Form größerer Formationen auch unter dem Hain zurück. Sie greifen zudem die Gestaltsprache der Sitzmauern, die sich um die zahlreichen Pflanzflächen ziehen, auf und führen diese fort.
Westlich der Gaststätte befinden sich die Taxistellplätze. Bewusst wurden hier auch Flächen für ein Sammeltaxi, Kiss-and-Drop-Zonen und Zufahrtsbereiche für die Anlieferung berücksichtigt. Südwestlich der Einfahrtsrampe zur Tiefgarage befinden sich insgesamt fünf Fernbussteige. Sie sind über den südlich verlaufenden Fuß- und Fahrradweg barrierefrei erreichbar. Kleine Dächer mit Sitzgelegenheiten und Anlehnbügeln bieten Schutz vor Regenschauern und Wartemöglichkeiten.
Blaues Band Den nördlichen Abschluss des Busbahnhofes bildet das „blaue Band“. Der Schnellradweg kreuzt den ZOB am östlichen Einfahrtsbereich in Form einer Insel, die sowohl den motorisierten Verkehr gliedert, dem Radfahrer Querungsmöglichkeit schafft und den räumlichen Abschluss des ZOBs bildet. Auf der Nordseite des ZOB-Ost wird das „blaue Band“ weiter in Richtung Westen geführt. Dort kreuzt es die Bahnhofsallee, die als direkte Verknüpfung zwischen Bahnhof und Uhlanddenkmal die Verbindung in die Tübinger Innenstadt aufnimmt.
Radstation und Seeterrasse Am Gelenk zwischen Busbahnhof, Bahnhofsvorplatz, Anlagenpark und der Verbindung in die Innenstadt, steht heute die Radstation. In ihr ist eine Rampe zur Fahrradtiefgarage integriert. Zusätzlich befinden sich hier öffentliche Toiletten, ein Café, eine Werkstatt und zusätzliche Fahrradabstellplätze ihren Platz. Eine großzügige Sitzstufenanlage mit integrierten Treppen und einer barrierefreien Rampe überbrückt den Höhenunterschied zum Anlagenpark. Die sogenannte Seeterrasse beinhaltet Flächen für die Außengastronomie und wird, nicht zuletzt dank des Wasserspiels, als zentraler Anlaufpunkt und beliebter Aufenthaltsort am See genutzt. Das Wasserspiel besteht aus einem großen Wassertisch der barrierefrei unterfahren werden kann. Fontänen auf dem Tisch stellen die visuelle Verbindung zwischen Busbahnhof, Seeterrasse und Anlagensee her. Weiter erstreckt sich ein Wasserlauf über die Stufen der Seeterrasse. Er wird an heißen Sommertagen rege bespielt.
Übergeordnete Gestaltungansprüche Übergeordnetes Ziel war die stadträumliche Verknüpfung von Busbahnhof, Vorplatz, Seeterrasse und Anlagenpark, sowie deren Neuordnung und gestalterische Aufwertung. Von zentraler Bedeutung war hierbei die Optimierung dem verkehrlichen Belage des Busbahnhofes und dessen neue städtebauliche Ausrichtung.
Alle Bereiche wurden unter Berücksichtigung der Aspekte der Charta von Athena barrierefrei umgebaut. Die Zugänglichkeit zum Bahnhofsgebäude wurde durch die Anschüttung des Sockelbereichs deutlich vereinfacht. Die Etablierung eines Bahnhofsvorplatzes mit einem Hain aus Großbäumen, einzelnen, markanten Haltestellendächern und der durchgängigen Gestaltung prägt das Bild des Areals. Die Materialien wurden nach Aspekten der Nutzung, Haltbarkeit und unter Gesichtspunkten der Pflege ausgewählt.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.