Gestaltungsbeiräte auf dem Vormarsch

Service

Die Zahl der Gestaltungsbeiräte in Deutschland wächst kontinuierlich und zeugt damit von der zunehmenden Akzeptanz der Beiräte als ein wichtiges Instrument für mehr Baukultur. Das zweite Netzwerktreffen am 20. Oktober in Freiburg dient daher einem praxisbezogenen Erfahrungsaustausch aller, die mit dem Thema Gestaltungsbeirat befasst sind. Dabei geht es um Grundsätzliches, wie etwa die Frage, ob Beiräte auch schon frühzeitig in der Phase Null städtebaulicher Planungen eingesetzt werden sollen. Zum anderen besteht Raum für den Austausch zu organisatorischen und praktischen Fragestellungen, für die es nicht den einen Königsweg gibt, wohl aber eine Vielzahl von Varianten.

Ziel ist es, das bundesweit vorhandene Wissen und die vielfältigen Erfahrungen rund um das Thema Gestaltungsbeirat abzurufen, zu bündeln und für alle verfügbar zu machen. Kommunen mit "jungen" Gestaltungsbeiräten oder auch solche, die erst noch die Einrichtung eines Gestaltungsbeirats planen, können so vom Wissen anderer Kommunen profitieren. Aber auch Personen mit längerer Praxiserfahrung können durch den Austausch neue Anregungen und Lösungsansätze für ihre praktische Arbeit mit dem Gestaltungsbeirat gewinnen.

2. Netzwerktreffen Gestaltungsbeirat
Freitag, 20. Oktober, 9-16 Uhr
Historisches Kaufhaus, Münsterplatz 24, Freiburg im Breisgau

Weitere Informationen und Anmeldung bis 30. September unter:
www.freiburg.de/netzwerktreffen-gbr
Podiumsdiskussion "Mehrwert durch Gestaltungsbeirat?!"
Auftaktveranstaltung am 19. Oktober, 19.30 Uhr
Universitätsbibliothek, Platz der Universität 2, Freiburg im Breisgau

Rückblick

Mannheim

Ziel der Fachtagung "Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte – Perspektiven für die Baukultur in Städten und Gemeinden" am 17. Mai 2017 in der Multihalle war, als Bestandteil eines Forschungsprojekts die qualitative Landschaft der Gestaltungsbeiräte in Deutschland und ihren Mehrwert an Hand von Erfahrungen aus der Praxis genauer zu untersuchen. Neben interaktiven Workshops war der Festvortrag von Prof. Carl Fingerhuth gegen Ende der Veranstaltung spannend. Der Architekt und Städtebauer, Mitglied in diversen Gestaltungsbeiräten und ehemaliger Kantonsbaumeister von Basel, verstand es wieder einmal, das Auditorium zu fesseln. Seiner Meinung nach ist derzeit der Städtebau wichtiger als die Architektur, denn mehr denn je müssten private und öffentliche Interessen zusammengebracht werden. Die Transformation der Stadt müsse betreut werden; dies sei bedeutend und benötige ein neues Bewusstsein, so Fingerhuth. Dabei helfen Gestaltungsbeiräte.

Potsdam

Bereits Anfang November 2016 fand im Rahmen des Konvents der Baukultur in Potsdam ein erstes bundesweites Treffen der Gestaltungsbeiräte statt. Dabei wurde zusammenfassend festgestellt, "dass Gestaltungsbeiräte ihr höchstes Potential haben, wenn sie Partner einer starken Verwaltung und selbstbewussten Politik seien. Sie sollten im ländlichen Raum als ein fachlicher Berater und auch Vermittler gegenüber der Öffentlichkeit wirken. Es sei dabei wichtig, ihre Notwendigkeit gegenüber Bauherren und Architekten in persönlichen Gesprächen zu vermitteln. Darüber hinaus sollte ein Gestaltungsbeirat auch auf der Ebene des Städtebaus eine Beratungskompetenz entwickeln können.

Für die Zukunft wurden folgende Empfehlungen ausgesprochen: Ein Gestaltungsbeirat brauche einen niedrigschwelligen Zugang und sollte ein bundesweit breites Angebot darstellen. Statt mobiler Beiräte wäre eine kontinuierliche Betreuung auch in kleineren Orten wünschenswert. Die Einbindung in die Städtebauförderung könnte eine Perspektive sein. Diskursiv wurde betrachtet, ob ein gesetzlicher Gestaltungsbeirat eingeführt werden sollte oder ob sich die Freiwilligkeit, einen Gestaltungsbeirat in einer Kommune zu installieren, bewährt habe. Deutlich sei, die Vorbildfunktion der (geförderten) Kommunen. Und besonders wichtig sei es, den Grad der Öffentlichkeit kommunal zu definieren, um Gestaltungsbeiräte für den Diskurs zur Baukultur vor Ort nutzbar zu machen." (Quelle: Bundesstiftung Baukultur)

Carmen Mundorff / 21.08.2017