Barrierefreies Bauen

Service
16 Wohneinheiten mit Tiefgarage, Biberach an der Riß - Architekt: mühlich, fink & partner, Ulm; Foto: Martin Duckek

Zukunftsorientiertes Bauen - ohne Barrieren

Mit zukunftsorientiertem Bauen - ohne Barrieren können Architekten und Stadtplaner bereits heute einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und zur Steigerung der Lebensqualität insgesamt beitragen.

Standen Sie auch schon mal bepackt vor einer geschlossenen Tür und haben sich gefragt, wie diese Barriere am geschicktesten zu überwinden ist, ohne dass die Aktenberge dem Gesetz der Schwerkraft folgen? Sesam öffne dich gibt es nur im Märchen. Ein Schalter, der elektrisch die Tür öffnet, ist jedoch nachrüstbar. Eine Banalität - vielleicht. Mit Barrieren setzen wir uns in der Regel erst auseinander, wenn wir vorübergehend in der Mobilität eingeschränkt sind: Ein Sportunfall, der uns zur Nutzung von Gehhilfen nötigt, oder ein Ausflug mit dem Nachwuchs; Unebenmäßigkeiten auf der Straße haben schon so manchen Buggy zum Kippen gebracht. Interpretieren wir die demografischen Entwicklungen für das Bauen, heißt das aber, sinnvoller weise schon heute unsere Umwelt barrierefrei zu planen. Die Gesellschaft wird immer älter und möchte sich auch in diesem Lebensabschnitt möglichst komfortabel bewegen. Mit zukunftsorientiertem Bauen - ohne Barrieren können Architekten und Stadtplaner bereits heute einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und zur Steigerung der Lebensqualität insgesamt beitragen.

Selbstbestimmung statt Fürsorge
Die Realität sieht jedoch anders aus. Rund 7 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland. Und obwohl das jeder zwölfte Einwohner ist, ist die barrierefreie Bauweise immer noch die Ausnahme. Mit dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen wurde 2002 von der Bundesregierung ein grundlegender Paradigmenwechsel vollzogen. Selbstbestimmung statt Fürsorge soll nunmehr die Richtschnur der Integrationspolitik sein. Bereits 1994 wurde das Grundgesetz in seinem Artikel 3 Absatz 3 um den Satz ergänzt: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Seitdem warten behinderte Menschen, dass aus diesem Grundsatz gelebte gesellschaftliche Wirklichkeit wird. Das am 1. Mai 2002 in Kraft getretene Gleichstellungsgesetz ist somit Ausdruck eines neuen Denkens in der Behindertenpolitik, bei dem der bürgerrechtliche Anspruch auf selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Vordergrund steht. Kernstück des Gesetzes ist die Herstellung einer umfassend verstandenen Barrierefreiheit. Hindernisse, die der im Grundgesetz verankerten Chancengleichheit im Weg stehen, sind zu beseitigen. Das Gesetz ist auch eine Antwort auf die zunehmend wichtigen Fragen und Herausforderungen des demografischen Wandels. Nicht nur behinderte Menschen sollen sich diskriminierungsfrei im Alltag bewegen können - alle in unserer Gesellschaft profitieren von barrierefrei gestalteten Lebensbereichen.

Die Grundlagen für barrierefreies Bauen sind bereits in der Bauleitplanung zu berücksichtigen.
Das Baugesetzbuch bietet im § 9 Abs. 1 Nr. 8 (Inhalt des Bebauungsplans) und im §136 Abs. 3, Nr. 1b, c und 2c (städtebauliche Sanierungsmaßnahmen) die Möglichkeit, auf die besonderen Belange und Anforderungen von alten Menschen, von Behinderten oder auch von Kleinkindern einzugehen.

Anforderungen an bauliche Anlagen werden über die Landesbauordnungen und deren Ausführungsvorschriften geregelt.
Die Musterbauordnung sieht im § 50 "Barrierefreies Bauen" vor, dessen Geltungsbereich sich auf alle öffentlich zugänglichen bauliche Anlagen erstrecken soll. Außerdem sind dort auch Anforderungen an den Wohnungsbau formuliert. Ziel dieser Vorschrift wird sein, allen Menschen, gerade auch alten und behinderten sowie Personen mit Kindern die ungehinderte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. In DIN-Normen zum Barrierefreien Bauen sind Planungsgrundlagen formuliert, die Schutzziele und Beispiellösungen formulieren und inzwischen auch sensorische Behinderungen berücksichtigen.
In Baden-Württemberg wurde bereits 1995 die Landesbauordnung um den § 39 Barrierefreie Anlagen ergänzt, im Jahr 2004 folgte die Aufnahme von Anforderungen an den Wohnungsbau. Die Änderungen der Landesbauordnung 1995, 2004 und 2010 hinsichtlich der der in Baden-Württemberg geltenden bauordnungsrechtlichen Regelungen zum Barrierefreien Bauen im Einzelnen erläutert ein Merkblatt der AKBW im pdf-Format. 

Wertsteigerung von Immobilien durch barrierefreies Bauen
Mit Kreativität und Kompetenz bewegen sich Architekten im Rahmen der rechtlichen Vorschriften. Als zukunftssichernde Vorsorge oder gemäß den individuellen Bedürfnissen der Nutzer sorgen sie für eine entsprechende barrierefreie Gestaltung der gebauten Umwelt. Gemeinsam wägen Bauherr und Architekt ab, mit welchen baulichen Maßnahmen und welchem finanziellen Einsatz ein angemessener Lebensraum entstehen kann. Barrierefreies Bauen steht für zeitgemäße Architektur: Mit hohem Komfort bei gleichzeitig ansprechender Gestaltung schafft es die notwendige Voraussetzung für einen Leben in Würde und größtmöglicher Selbstständigkeit in allen Lebensphasen und damit eine nachhaltige Nutzbarkeit baulicher Anlagen.

Hier finden Sie nach Login als Kammermitglied weitere Informationen ...

Broschüren zur DIN 18040


als Leitfaden zur DIN 18040, Teil 1 für Öffentlich zugängliche Gebäude und zur DIN 18040, Teil 2 für Barrierefreie Wohnungen

mehr

Die Preise sind verliehen


Beispielhaft barrierefrei gebaut: die Tom-Mutters-Schule in Wiesloch sowie drei Haltestellen der Stadtbahnlinie U15 in Stuttgart

mehr

Rückfragen / 01.01.2011

Ihre Ansprechpartner in der Landesgeschäftsstelle

Carmen Mundorff

Carmen Mundorff
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-140
Fax: 0711 / 2196-201
mundorff spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Jochen Stoiber

Jochen Stoiber
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-148
Fax: 0711 / 2196-101
stoiber spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Martina Kirsch

Martina Kirsch
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-141
Fax: 0711 / 2196-101
kirsch spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Barrierefreies Bauen in Baden-Württemberg

Erläuterungen der in Baden-Württemberg geltenden bauordnungsrechtlichen Regelungen zum Barrierefreien Bauen aufgrund der LBO-Änderungen 1996, 2004 und 2010 als
Merkblatt der AKBW im pdf-Format 

Broschüren zur DIN 18040


als Leitfaden zur DIN 18040, Teil 1 für Öffentlich zugängliche Gebäude und zur DIN 18040, Teil 2 für Barrierefreie Wohnungen

mehr

Weitere Beiträge ...

Altersgerecht umbauen - Barrieren reduzieren

Altersgerecht umbauen - Barrieren reduzieren

Im Programm "Altersgerecht Umbauen" fördert die KfW Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren im Wohnungsbestand als zinsgünstige ... mehr

Auslegung der Regelungen zum Barrierefreien Bauen in Baden-Württemberg

Auslegung der Regelungen zum Barrierefreien Bauen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind nach wie vor als Planungsgrundlagen für das Barrierefreie Bauen die Technischen Regeln DIN 18024-2:1996-11, DIN ... mehr

DIN 18040-1:2010-10 Öffentlich zugängliche Gebäude

Hinweise zum ersten Teil der neuen Normen für das Barrierefreien Bauen und deren Relevanz mehr

Das Fortbildungsprogramm 2 2014 finden Sie hier!


Zur IFBau Seminar-Suche

mehr