Pressemitteilung zur Schulerweiterung des Bildungszentrums Königsbach
Drei Fragen an den Vorsitzenden der Kammergruppe Pforzheim-Enzkreis
Wie können Sie sich die enorme Kostensteigerung bei der geplanten Schulerweiterung erklären? Das ist für mich als Außenstehenden natürlich so nicht ohne weiteres möglich. Aber mir stellen sich folgende Fragen: Wer hat zu welchem Zeitpunkt auf welcher Grundlage welche Kostenermittlung erstellt? Sind die seit 2018 bis heute zwischenzeitlich vorliegenden unterschiedlichen Kostenermittlungen hinsichtlich der vorgegebenen Aufgabenstellung und der berücksichtigten Leistungen tatsächlich miteinander vergleichbar oder sind, wie so oft, auf Grund neuer Erkenntnisse zusätzliche Anforderungen hinzugekommen, die einen größeren Leistungsumfang zur Folge hatten? Erfahrungsgemäß sind sie nicht eins zu eins vergleichbar! Trotzdem wird leider einmal mehr in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass „die Architekten" die Kostensteigerung zu verantworten haben. Dieses pauschale Vorurteil kann nicht akzeptiert werden und wird unserem Berufsstand in keiner Weise gerecht. Welches weitere Vorgehen könnten Sie sich vorstellen? Eine differenzierte Analyse der aktuellen Kostenermittlung wäre sicherlich hilfreich, um die Gründe des Kostenanstiegs transparent zu machen und gegebenenfalls die eine oder andere Entscheidung nochmals zu hinterfragen. Unabhängig davon sollte man aber auch nicht das angestrebte Ziel aus den Augen verlieren: Was sollte mit der geplanten Schulerweiterung erreicht werden? Stehen diese Ziele tatsächlich zur Disposition? Die Einbindung des im Rahmen des Wettbewerbs prämierten und bisher planenden Architekturbüros auf der Suche nach tragfähigen, falls unumgänglich auch alternativen Lösungen halte ich für den einzig richtigen Weg. Wie würden Sie die angedachte Containerlösung bewerten? Nicht nur aus rein gestalterischer Sicht wäre dies für mich keine zufriedenstellende Alternative. Vielmehr kommt hinzu, dass die Rahmenbedingungen für einen idealen Unterricht über einen längeren Zeitraum in solchen provisorischen Räumen nicht gegeben sind. Welchen Schülerinnen und Schülern bzw. Lehrerinnen und Lehrern möchte man das über viele Jahre wirklich zumuten? Zudem habe ich größte Zweifel, dass eine Containerlösung unterm Strich tatsächlich zur Verbesserung der Kostensituation beitragen kann. Das Gegenteil ist vermutlich eher der Fall.
Architektenkammer Baden-Württemberg Kammergruppe Pforzheim-Enzkreis Seebergstr. 13 75175 Pforzheim Vorsitzender Hans Göz Dipl.-Ing. Freier Architekt