"zeitgemäß" --- was kann das denn heutzutage heissen ? wie kann von vielen menschen heute überhaupt noch ---"gewohnt"--- werden ?
- wohnen als grundvoraussetzung der daseinsfürsorge wird immer teurer mehr als 1/3 des einkommens ist als mietbetrag schon oft die regel.
- der gegensatz zunehmend dichtere städte / entvölkerte landregionen wird zunehmend evident
- in regelmäßigen zyklen wird "die wohnungsfrage" gestellt -- dies ist kein neues phänomen
unser fokus zu diesem themenbereich soll -- gemäß der zielsetzung von amPuls--- auf karlsruhe liegen, dies betrifft hier sowohl planer / bauverwaltung als auch kommunalpolitiker -- und in jedem fall die menschen, die hier wohnen und wohnen wollen, am unmittelbarsten.
welche fragestellungen ergeben sich neben vielen anderen in diesem zusammenhang :
- neulich gab es eine schöne und eindrucksvolle feier: 25 jahre "vorzeige-wohnmodell" für gemeinschaftliches ökologisches bauen in karlsruhe : geroldsäcker wieviele solche modellvorhaben sind davon in KA im vergangenen vierteljahrhundert entstanden?
- wenn genossenschaften ergänzenden wohnraum schaffen wollen, stoßen sie oft auf erhebliche widerstände gegen veränderungen -- auch wenn es sich um nachhaltige revitalisierung von brachflächen handelt -- wie kann ein zielführender dialog mit bürgern entstehen? ist "nachverdichtung" per se böse?
- aktueller bericht der FAZ vom samstag: im vergleich von großen städten in Deutschland hat Karlsruhe die größte zahl an privaten wohneigentümern und die geringste zahl von kommunalen wohnungen was kann das z.b. bedeuten für künftige zielsetzungen und aufgaben der städtischen volkswohnung?
- es haben sich in den letzten jahren viele erfolgreiche initiaven gebildet, um das thema der selbstbestimmten wohnungsversorgung in die hand zu nehmen: z.B. das "mietshäuser syndikat" -- von hamburg bis mannheim und freiburg, aber nicht in karlsruhe. warum gibt hier es so wenig anreize und möglichkeiten für baugruppen, ihre projekte umzusetzen?
- "wenn städte und ballungsräume auch in zukunft noch von allen bewohnt werden sollen, gibt es nur die möglichkeit, in die höhe zu wachsen" (zitat OB Dr. Mentrup auf der aktuell stattfindenden immommobilienmesse expoReal) . helfen hier global-architekten wie ole scheeren -- auf den Karlsruhe gemäß BNN von heute jetzt setzt-- weiter ?
zitat prof. andreas löffler (initiator und planer des geroldsäckerprojekts):
"wie kommt es, dass wir heute soweit weg sind von offenheit, mut und handlungskompetenz und allen ernstes glauben, wir könnten die evidenten fragen des wohnungsbaus und der bodenpolitik den spielregeln des unkontrollierten marktes überlassen? haben wir wirklich vergessen, wem die stadt gehören sollte und wem sie als sozial / kultureller organismus auch baulich verpflichtet ist?"
doch es gibt zahlreiche ansätze, die in eine gute richtung weisen, diese ausstellung zeigt einen ganzen strauss davon -- auch projekte aus karlsruhe sind dabei. wir freuen uns, dass es gelungen ist, drei akteure von projekten dieser ausstellung für heute abend zu gewinnen, welche davon aktuell und informiert berichten können. und auch für eine anschliessende fragerunde gerne zur verfügung stehen.
prof. susanne dürr (hochschule karlsruhe wirtschaft und technik) matthias schmeling (mitglied genossenschaft MiKa karlsruhe) alexander grünenwald (BauWohnberatung karlsruhe / werkbund baden-württemberg) amPuls karlsruhe klaus fehrenbach 10.10.2018
Wenn sich Bedürfnisse und Wünsche in Ihrem Leben grundlegend ändern - wie und wo wollen Sie wohnen? Wollen sie umbauen, umziehen, alleine oder sich mit anderen, Gleichgesinnten zusammentun?