Mit dem Projekt FAMÜHLY legt die Gruppe ein überzeugendes Beispiel für die Verbindung von zukunftsorientierter Stadtplanung und sozialer Verantwortung vor. Durch die Stärkung vorhandener Potenziale, den Ausbau sozialer Angebote und die Förderung von Begegnung entsteht ein Quartier, das Zusammenhalt, Identität und Teilhabe lebt. Barrierefreiheit, generationenübergreifendes Wohnen mit entsprechenden Wohnformen und Beteiligung werden hier nicht nur gedacht, sondern konsequent umgesetzt.
FAMÜHLY – „Familienfreundliches Quartier, Zusammenhalt für alle hier“
Die Umgestaltung des Mühlburger Feldes zu FAMÜHLY zielt insbesondere darauf ab, vorhandene Potentiale im Quartier zu stärken, die sozialen Angebote auszubauen und Freiraumqualitäten zu schaffen. Barrieren sollen normalisiert werden und Inklusion als ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags anerkannt werden. In FAMÜHLY sollen insbesondere neue soziale Strukturen entstehen, die durch den Zuzug unterschiedliche Generationen in den Nachverdichtungselementen erfolgen kann. Der Fokus des Projektes liegt dabei auf einer identitätsstiftenden Quartiersgestaltung, welche nicht nur Zugehörigkeitsgefühl und Nachbarschaftsverhältnisse stärken, sondern zugleich die Orientierung für junge und alte, sowie auch Seheingeschränkte und demente Menschen verbessert.
Freiräume „Grün und Lebensqualität, ein Garten den jeder pflegt“ Das bestehende Mühlburger Feld bietet weitreichende Potentiale, wie die ausgiebigen Frei- und Grünflächen zwischen den Zeilen und einen qualitätsvollen Baumbestand. Der Platz zwischen den Zeilen ist teilweise so weitläufig, dass er überwiegend unbenutzt bleibt. Um dem entgegenzuwirken, teilen sich in FAMÜHLY jeweils zwei Zeilen einen gemeinsamen Grünraum im Innenhof. So können Freundschaften und neue Nachbarschaftsverhältnisse entstehen und der private Garten für mehr Belebung sorgen. Durch die Neuordnung der Freiräume können die Anwohner gemeinschaftliche Projekte vornehmen und ihren eigenen Gartenbereich gestalten und bepflanzen. Dafür wird die Initiative: Projektgruppe Privatgärten beauftragt. Diese treffen sich regelmäßig zum Ideenaustausch, der Pflege und der Bespielung der Nachbarschaftsgärten.
Jeder zweite Grünraum zwischen den Zeilen wird zudem zu einem öffentlichen Freiraum mit einem jeweiligen Themenbereich. Diese sollen allen Bewohnern die Möglichkeit bieten diese uneingeschränkt nutzen zu können. Durch die jeweiligen Themenbereiche wie beispielsweise, dem Sonnenhof, dem Pilzwäldchen (zum Anpflanzen und Ernten von Pilzen), so wie auch der barrierefreien Downhillstrecke, werden vielfältige Angebote für eine individuelle Nachfrage und Nutzung angeboten. So soll ein Angebot geschaffen werden, welches den Bedürfnissen unterschiedlicher Altersklasse und Nutzergruppe entspricht.
Nachverdichtung „Gemeinsam statt Einsam“ Es entstehen insgesamt 8 Nachverdichtungsgebäude, welche jeweils 2 Zeilen miteinander verbinden und somit eine Hoftypologie bilden. Diese verfügen über einen Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss, dort haben die Bewohner die Möglichkeit Co-Working zu betreiben oder im hellen Innenbereich zu verweilen. Die Anbauten verfügen im ersten und zweiten Obergeschoss über Clusterwohnungen mit Gemeinschaftsküchen auf beiden Etagen. Darüber hinaus verfügen die Bewohner des Hofes über eine gemeinschaftliche Dachterrasse.
Barrierefreie Erschließung Durch einen äußeren Laubengang und Aufzug, können alle Wohnungen in den Clusterwohnungen, als auch weitere 80 Bestandswohnungen in den Zeilen barrierefrei erschlossen werden.
Wintergärten / Gewächshäuser Auf den Grundstücken, in denen keine gebäudebezogene Nachverdichtung entsteht, werden kleine Wintergärten/ Gewächshäuser verordnet, um ebenfalls die Nachbarschaft und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Durch die Glasschiebetüren kann ein optimaler Lichteinfall für Pflanzen gewährleistet werden, wodurch eine gemütliche Gewächshausatmosphäre mit Verweilqualität geschaffen wird.
Themenbereiche „Farbe und blau, statt trist und grau“ Die Themenbereiche beziehen sich in FAMÜHLY nicht nur auf die Freiräume, sondern auch auf die Bebauung und die Infrastrukturelemente. So kennzeichnen sich diese als Fassadenanstriche der Kopfseiten der Zeilen um die Orientierung, insbesondere für ältere Menschen mit Demenz und Kindern auf ihrem Schulweg zu verbessern. Dabei wurde das Motto: „Unterschiedliche Generationen, gemeinsam für attraktives Wohnen“ geschaffen. Die Themenbereiche spiegeln sich ebenfalls in der Zaungestaltung wieder. Die Zaunlatten können von den Bewohnern zusammen in einem Workshop mit dem FAMÜHLY Manager gestaltet werden, so entsteht nicht nur eine bessere Orientierung, sondern auch Zugehörigkeitsgefühl, Identität und eine persönlichen Bezug zu FAMÜHLY. Darüber hinaus werden auch Wissens- und Informationstafeln angeboten, welche Hintergrundwissen über den jeweiligen Themenbereich weitergeben. So kann spielerisches und interaktives Lernen und Entdecken stattfinden.
Barrierefreiheit und Inklusion > „Verständnis schafft Kenntnis“ Barrieren erkennen, sich hineinversetzten, helfen und diese normaliesieren. Das ist unser Ansporn an FAMÜHLY. Wir sind der Meinung, dass wahre Barrierfreiheit und Inklusion nur entstehen kann, wenn Barrieren erkannt, berücksichtigt und normalisiert werden. Durch den Ausbau an barrierfreien Spielgeräten auf dem Spielplatz, einem Rolstuhlverleih Fahrrad- und Rollstuhlräderverleih, sollen alle Bewohner die Möglichkeit bekommen, diese Infrastrukturelemente verwenden zu können. Auch der ehrenamtliche Fahrdienst mit dem FAMÜHLY Mobil, erleichtet es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, problemlos durchs Quartier zu kommen. Das FAMÜHLY Mobil kann über das FAMÜHLY Quartiersmanagement regelmäßig ausgeliehen werden. An jeder der Wissens- und Informationstafeln über die jeweiligen Freiräume, wird es die Wiedergabe in auch Braillenschrift geben. Damit jeder die Möglichkeit hat, die Braillenschrift lernen zu können, wird an jeder Informationstafel auch das Braillenalphabet angebracht. Somit können die Bewohner nicht nur voneinander lernen, sondern sich gegenseitig unterstützen und Inklusion als ein selbstverständlichen Teil des Alltages anerkennen.
Ausbau Bürgerzentrum & „Gute-Taten-Heft“ > „Unterstützung für eine soziale Rüstung) Die bestehenden Gegenbenheiten des Mühlburger Bürgerzentrums, bieten bisher insbesondere räumliche Potentiale, welche durch den Umbau zu FAMÜHLY noch weiter ausgebaut werden. Die bestehende Küche, mit zusätzlichen Stühlen und Tischen werden für das ehrenamtliche Café MITEINANDER freigegeben. Darüber hinaus soll die Küche ebenfalls für Kochkurse freigegeben werden, welche ehrenamtlich durch das FAMÜHLY-Quartiersmanagement durchgeführt werden. Dort befindet sich das schwarze Brett, welches nicht nur Events und Veranstaltungen weitergibt, sondern auch ein Hilfeangebot schafft. Hilfe kann angeboten- sowie auch aktiv gesucht werden. Bei jeder guten Tat (Bsp.: Erledigung eines Einkaufes), kann ein Sticker im Gute-Taten-Heft gesammelt werden. Bei 6 vollen Stickern gibt es zur Belohnung des ehrenamtlichen Engangment, ein Freigetränk in Café MITEINANDER.
Larissa Hofsäß, Hilal Eker, Ida Tominski und Lara Zoé Michelle Barowski