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Reg.Nr.: 2003-1-09Aufgabe: Ziel des Wettbewerbs ist der Neubau des Firmensitzes der Bass GmbH in einem neuerschlossenen Gewerbegebiet von Niederstetten. Mit der Neubaumaßnahme sollen die Funktionen, Arbeitsplatzqualitäten und die CI verbessert werden.
Auslober: BASS GmbH, Niederstetten
Wettbewerbsbetreuung: Bredow/ Hille Architekten, Mainz
Wettbewerbsart: Einladungswettbewerb
Zulassungsbereich: EWR-Mitgliedsstaaten
Teilnahmeberechtigung: Architekten und Garten- und Landschaftsarchitekten in Arbeitsgemeinschaft mit Architekten
Fachpreisrichter: Johann Eisele, Architekt, Darmstadt (V); Ingrid Marx, Stuttgart; Alexander Reichel, Kassel; Peter Schürmann, Stuttgart; ETH Volker Staab, Berlin; Zvonko Turkali, Frankfurt;
Wettbewerbssumme: 41.000,00 Euro
Preisgerichtssitzung: 28.07.2003
Die neue Produktionsstätte liegt kompakt am östlichen Grundstücksrand und nutzt damit einschließlich der Erweiterung sinnvoll den flachen Teil des Hanges. Die Baukörper sind klar gegliedert und ermöglichen einfach einen linearen Produktionsablauf, der kammartig im 2. Bauabschnitt erweitert werden kann. Damit ist ein in zwei Richtungen flexibler Materialfluss möglich, der selbst durch nötige und auch dargestellte Brandabschnitte nicht behindert wird.Die Verwaltung wird quer zu und über den Hallen im Westen situiert und ermöglicht so kürzeste Wege zwischen den Arbeitsbereichen. Gleichzeitig wird damit der Blick nach Niederstetten sowohl für die Verwaltung, als auch für die Produktionsstätte folgerichtig inszeniert.Die Einbeziehung der Umgebung wird durch das Freiraumkonzept ideal unterstützt, indem die ortsüblichen Steinriegel als Pausenfläche für die Mitarbeiter die Struktur der Baukörper fortsetzen und innerhalb der Hallen als Innenhöfe zu einer Erhöhung der Arbeitsplatzqualität beitragen.Als Besonderheit wird hier ein unkonventionelles Tragwerk aus vorgefertigten, stahlunterspannten Holzplatten vorgesclagen, das die Hallen stützenfrei überspannt und als multifunktionaler Medien- und Lichtträger ausgebildet, im einzelnen aber noch nachgewiesen werden muss. Die dabei quasi als Abfallprodukt entstehenden Oberlichter sollten allerdings größer ausgebildet werden, um gezielter das Tageslicht zu nutzen. Lediglich die Geothermie wurde als regenerative Energie berücksichtigt. Es werden Konzepte vorgeschlagen, deren sinnvolle Kopplung aber nicht nachgewiesen ist.Die wirtschaftlichen Kennwerte der Gebäudegeometrie liegen im mittleren Bereich. Die Erschließung des Gebäudes und die Stellplätze sind im Norden und Süden aufgeteilt. Versand und Anlieferung erfolgen funktional getrennt richtig. Dabei sollte aber die Vorfahrt und der Eingangsbereich stärker akzentuiert und vom Versand entzerrt werden. Die Parkplätze sollten eingegrünt werden.Insgesamt besticht die Arbeit durch ihre klare architektonische Haltung, die eine flexible Baukörperstruktur in einer präzisen metallenen Hülle mit einfachen robusten Details entsprechend der Firmenphilosophie des Auslobers zeigt, diese durch das Freiraumkonzept in den Ort sinnvoll einbindet und damit einen spannenden Beitrag zur Industriekultur der Region erwarten lässt.
Die Verfasser schlagen - parallel zum Hang - einen "Riegel in der Landschaft" vor: Nach Westen und Süden in winkelförmiger Anordnung befindet sich die Verwaltung (OG), mit großzügigen Bereichen für Besprechung, Loggien und Aufenthalt, sowie Blick über das Tal von allen Räumen.Nach Osten - durch Sheddächer gut belichtet - die Werkhalle mit Weich- und Hartbearbeitung, Auslieferung und Versand. Nach Osten, dem Gebäude vorgelagert, eine wohldurchdachte Freifläche mit verschiedenen Gehölzen und Rigolen zur Wasserzurückaltung und -versickerung. Die vorgeschlagene Erweiterungsfläche macht diese Investitionen allerdings - völlig unverständlich- wieder zunichte.Das Gebäude ist im Osten über eine großzügige, allerdings unnötig überzogen ausgebildete Treppenanlage (Höhenlage) erschlossen.Von Westen stehen 2 Zugänge (für Personal und Verwaltung) mit Pausenzonen zur Verfügung. Die optionale Anordnung von Parkplätzen als geschlossene Tiefgarage scheint überzogen, auch wenn dadurch die Erreichbarkeit der westlichen Eingänge verbessert wird.Die funktionalen und betrieblichen Abläufe sind gut gelöst. Die Grundflächen ermöglichen optimale Flexibilität. Die inhaltliche und räumliche Verknüpfung von Produktion und Verwaltung ist sehr überzeugend und schafft gute Orientierbarkeit.Die Westaussicht zeigt ein architektonisch kraftvolles, ebenso ruhiges, wie selbstbewusstes Gelände, wenn auch mit aufwendiger Konstruktion.Dagegen wirkt die Ostaussicht unentschieden und nicht von vergleichbarer Kraft.Die Arbeit überzeugt durch ein sinnvolles und wirtschaftliches Haustechnikkonzept und richtige Kopplung von regenerativen und weiteren Energiearten. Leider ist kein Licht - und Beleuchtungskonzept nachgewiesen. Der Entwurf mit wirtschaftlichen Vergleichsdaten, zeigt einen guten Beitrag für die gestellte Aufgabe, mit Schwächen vor allem im östlichen Bereich und im Zusammenhang mit den geforderten Erweiterungsflächen.