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Reg.Nr.: 2009-2-14Aufgabe: Kinderhaus Ohmstraße in Metzingen sowie der zugehörigen Freianlagen
Auslober: Stadt Metzingen, Baudezernat Stadt Metzingen
Wettbewerbsart: nichtoffener Realisierungswettbewerb
Zulassungsbereich: EWr/WTO
Teilnahmeberechtigung: Architekten, Landschaftsarchitekten; Landschaftsarchitekten nur in Arbeitsgemeinschaft mit Architekten
Teilnehmer: 115 Bewerbungen, 15 (10 + 5) ausgewählte Teilnehmer, 14 Arbeiten
Fachpreisrichter: Prof. Jörg Aldinger Architekt, Stuttgart (V); Dietmar Bez Dezernent, Metzingen; Gabriele D Ínka Architektin, Fellbach; Prof. Winfried Engels Architekt, Reutlingen; Matthias Hähnig Architekt, Tübingen; Carolin v. Lintig Landschaftsarchitektin, Reutlingen; Ulrich Schwille Architekt, Reutlingen; Stefan Fromm Landschaftsarchitekt, Dettenhausen; Heinz Lermann Architekt, Stuttgart
Wettbewerbssumme: 20.000 Euro (inkl. MwSt.)
Preisgericht: 04.12.2009
Der kompakte zweigeschossige Baukörper an der Breitwiesenstraße platziert, lehnt sich an den Hang im Südwesten an. Zur Ohmstraße entsteht ein großzügiger Eingangsbereich mit der positiven Trennung von Kfz-Verkehr und Vorplatz für die Ankommenden. Begrüßt wird auch grundsätzlich das Angebot zur direkten Erschließung des Obergeschosses, wobei die vorgeschlagene Brückenverbindung in der Lage überprüft werden sollte. Die Anlieferung der Küche wird über eine separate Erschließung von der Breitwiesenstraße ermöglicht. Vom Eingang führt eine durchgängige Erschließungszone als Spielbereich zu den Außenanlagen im Südosten. Beide Geschosse sind direkt verknüpft mit vorgelagerten Freibereichen, die Gruppenräume der 3-6-Jährigen im Erdgeschoss nach Südosten und die Gruppen der Kleinkinder im Obergeschoss nach Südwesten. Die Freibereiche weisen unterschiedliche Themen auf, der umschlossene Hof dem Gebäude zugeordnet mit wertvollen verschatteten Flächen bzw. gedeckten Freibereichen, der natürliche Hang mit Hügel und Bachlauf, das Spielhaus als Kletterturm und vorgelagerte Terrassen für die Kleinkinder. Das Raumprogramm ist grundsätzlich erfüllt und umgesetzt, Garderoben, Gruppenräume und Kleingruppenräume bilden jeweils eine räumliche Einheit. Der Gebäudeeinschnitt als Wintergarten ist sowohl eine wertvolle Belichtungsquelle als auch ein besonderer Beitrag zur Innenraumqualität im Obergeschoss. Der Entwurf liegt mit seinen wirtschaftliche Kenndaten im Vergleich aller Arbeiten im günstigen Bereich, der kompakte Baukörper mit der Massiv-Konstruktion und den sich wiederholenden Fassadenelementen aus Holz lassen günstige Voraussetzungen für Erstellung und Betrieb erwarten. Zusammenfassend ein wertvoller Beitrag, der die Topografie nützt zur ebenengleichen Anbindung beider Geschosse und vielfältige Themen in den Freibereichen aufweist.
Ein zweigeteilter Baukörper aus einem, aus dem Hang wachsenden Sockelbau und einem darüber schwebenden länglichen Leichtbau kennzeichnet diese Arbeit. Vorfahrt, getrennte Parkierung, "Kiss and Ride-Platz" und überdachter Zugang, ausschließlich von der Ohmstraße her, bilden einen gut funktionierenden Vorbereich, dem der innere Marktplatz zugeordnet ist. Ebenso gelungen erscheinen die den Gruppenräumen zugeordneten Freibereiche, die sich durch die Drehung der Ausrichtung – im EG nach Süden, im OG nach Westen - und die Anschüttung der Hangböschung, geschickt separieren lassen. Besonders positiv daran ist, dass dadurch die Gruppenräume der 0-3-jährigen der oberen hangseitig entstandenen Freifläche, die der 3-6-jährigen dann der unteren südlichen Freifläche, jeweils direkt zugeordnet werden können. Auch im Innern, mit ihrer klaren Raumfolge und Grundrissgliederung überzeugt diese Arbeit, wenngleich eine direkte Zugangsmöglichkeit aus der Allgemeinzone zum südlichen Freibereich vermisst wird. Die kleinen eingeschnittenen Innenhöfe belichten Personal-, Speiseraum und Halle und geben dieser unteren Aufenthalts- und Spielzone Abwechslung. Die etwas reduzierte Verbindungstreppe zum OG könnte aufgewertet werden. Durch den Vorschlag einer modularen Skelettbauweise entstehen hohe Flexibilität in Nutzung und Ausbau sowie günstige Erstellungskosten. Im gesamten Ausdruck, in der angedeuteten einfachen Konstruktion und Materialität ein sicher wirtschaftlicher Beitrag, der der gestellten Aufgabe in hohem Maße gerecht wird.
Das kompakte zweigeschossige Kinderhaus wird über einen großzügigen Eckvorplatz, unter Einbeziehung der Breitwiesenstraße erschlossen. Eine größere Anzahl von Parkplätzen unterstützt die großzügige Zugangssituation. Das Gebäude wird in beiden Geschossen jeweils über eine geschossgleiche Markthalle zweibündig erschlossen, der eingestellte Aufzug ist neben der Haupttreppe leicht aufzufinden. Diese Innenraumtypologie ermöglicht eine leichte Orientierung in beiden Geschossen, wobei die Treppenöffnung zur Belichtung des Erdgeschosses zu klein dimensioniert ist. Die Belichtung über Dach kommt nur dem 1. OG voll zu Gute. Im Erdgeschoss sind zur Gartenseite 3 autarke Kleinkindgruppen mit geschickten funktionalen Grundrissen angeordnet. Das gleiche gilt für die Lage von Küche (gute Anlieferung) und Speiseraum, während der Mehrzweckraum in der unteren Zugangssituation fehlt. Er liegt im 1. OG in einer abgelegenen Situation. Er ist somit für besondere Veranstaltungen nicht geeignet. Im 1. OG sind in analoger Disposition zum Erdgeschoss die beiden Kindergartengruppen zur Gartenseite angeordnet mit sehr guter funktionaler Innenraumqualität und dem besonderen Angebot einer kleinen Galerieebene in beiden Gruppenräumen in den großen Oberlichtelementen. Dennoch ist im Obergeschossbereich der Nachteil einer sehr reduzierten Zugangsmöglichkeit in den Freiraum des Gartens festzustellen. Hier leidet der Entwurf deutlich an der gering dimensionierten und unharmonisch gestalteten Freiraumerschließung. Die technische und ökologisch-energetische Gebäudestruktur ist intelligent durchdacht und findet in der äußeren Erscheinung ihren Ausdruck in einer schlichten, noch deutlich interpretierbaren Architektursprache. Der Entwurf ist baukörperlich und innenräumlich gut gestaltet und kann eine schöne Nutzungsatmosphäre erzeugen. Zu bemängeln ist jedoch die ungenügende Verbindung vom Obergeschoss in den Garten, der zudem eine sehr schematische Gestaltung erkennen lässt. Trotz baukörperlicher Differenzierungen ist mindestes eine mittlere Wirtschaftlichkeit beim Bau und aufgrund des Betriebskonzeptes zu erwarten. Der Entwurf überzeugt insgesamt durch seine kompakte Konzeption und Funktionalität, hat aber den Mangel der mangelnden Verbindung der Kindergartengruppen in die Gartenebene.