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Foto: Johannes Vogt
Weiherhalden 37/178713 Schramberg-Tennenbronn
Als die Firma Schneider Schreibgeräte GmbH das viergeschossige Produktionsgebäude erwirbt, ist der vorherige Nutzer schon länger ausgezogen und das Gebäude steht bis auf kleinere Untermieter im UG und Teilen des EG leer. Von außen zeichnete sich an der Fassade und den Freiraumanlagen mittlerweile der Charakter einer Industriebrache ab und bot neben dem angrenzenden Wohngebiet keinen schönen Anblick. Die Substanz der Konstruktion aus Stahlbeton war jedoch sehr gut erhalten, so dass man die vorhandene Struktur konzeptionell belassen konnte. Diese Struktur bestand aus einem viergeschossigen, unterkellerten 40,00 m x 20,00 m langen Büro- und Verwaltungsbau mit einer angebauten, unterkellerten, eingeschossig hohen Produktions- und Lagerhalle (20 m x 30 m), so dass die Gesamtkubatur im Grundriss einen L-Winkel darstellte.
Für die weitere Nutzung als Logistikzentrum konnte die Schneider Schreibgeräte GmbH die Flächen so übernehmen, musste diese aber zusätzlich aus Kapazitätsgründen erweitern. So wurde der L-Winkel auf allen vier Ebenen zu einem Kubus ergänzt. Im Inneren wurden die nichttragenden Einbauten in den Etagen weitestgehend zurückgebaut, damit große Lager- und Kommissionierflächen auf der nun 5.800 m² großen Nutzfläche entstehen konnten. Jederzeit können diese Flächen je nach zukünftigen neuen Anforderungen auch in Produktionsflächen umgenutzt werden. Die Belichtung und in allen Geschossen neu und zentral eingebaute Sozialräume für Mitarbeiter gewährleisten diese Flexibilität. Im Herzen ist eine hochmoderne Vertikalförderanlage eingebaut, die die Warenlogistik und -Kommission für den weltweiten Bedarf in einem automatisierten Prozess steuert.
Durch die verschieden großen und in der Höhe unterschiedlich angeordneten Fensteröffnungen zeichnete sich im Bestand ein sehr unruhiges Fassadenbild ab. So entschied man sich, die energetisch neu gedämmte Außenhülle allseitig mit einer bedruckten Textilfassade zu überspannen. Diese aus 2.200 m² Polyester bestehende Membran bewirkt nun einerseits die angenehm reduzierte Form eines Kubus, andererseits betont sie das Corporate Design der Schneider Schreibgeräte, da sie in den Firmenfarben und mit Firmenlogo bedruckt ist. Bei den vielen Mitarbeitern aus Tennenbronn befördert dies die Identifikation mit ihrem Arbeitgeber. Die unterschiedlichen Fensteröffnungen mit teilweise unterschiedlichen Brüstungshöhen werden tagsüber bei Helligkeit hinter der Textilfassade nicht mehr wahrgenommen. Im Inneren dagegen ist die Transluzenz der Textilmembran so lichtdurchlässig, dass das einfallende Tageslicht nur geringfügig gefiltert wird, aber im Sinne der Materialsuffizienz ein zusätzlicher Sonnenschutz eingespart werden konnte. In der Dämmerung dreht sich der Effekt um: die Membran wird zur transparenten Hülle und es zeichnen sich über die beleuchteten Fensterbänder völlig neue Einblicke in das Gebäudes nach außen ab.
Die Mitarbeiter der Schneider Schreibgeräte GmbH haben in einem Abstimmungsverfahren den Kubus nun firmenintern auf den Namen „bluelog“ getauft. „blue“ natürlich wegen der Corporate Design-Farbe, „log“ wegen der sich dahinter befindlichen Logistik.Das vorhandene Treppenhaus konnte an seiner Stelle belassen werden und wurde nur durch geringe Eingriffe - wie ein neuer Belag, Anstriche und eine neue Pendelbeleuchtung - aufgewertet.
Die einzelnen Lagerebenen sind nach den zu beliefernden Kontinenten der weltweiten Kundschaft benannt. Auf dem Dach sind PV-Module mit einer Leistung von 44 kWP eingebaut. Zusätzlich ist im Gebäude ein Blockheizkraftwerk installiert, das im Jahr ca. 30.000 kW produziert.
Bestand: Karl Sieber, Schiltach
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.