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Foto: Gudrun de Maddalena
Waldhäuser Straße72076 Tübingen
Am 21. Juni 2024 wurde in Tübingen auf dem Gelände „Holderfeld“ eine neue Freilufthalle in Betrieb genommen. Der Bau ergänzt die bestehende Sportinfrastruktur im Stadtteil Nord. Bereits 2015 stellte ein externes Gutachten einen zusätzlichen Bedarf an schulischen Bewegungsflächen fest. Die Geschwister-Scholl-Schule meldete erhöhten Flächenbedarf wegen steigender Schülerzahlen und eines erweiterten sportpädagogischen Angebots. Parallel dazu bestand bei umliegenden Sportvereinen eine Nachfrage nach zusätzlichen Hallenkapazitäten. Der Gemeinderat der Stadt Tübingen beschloss 2019, das Projekt konkret zu verfolgen. Die Umsetzung verzögerte sich aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse am vorgesehenen Standort: Der Baugrund war durch frühere Nutzungen kontaminiert und wies eingeschränkte Tragfähigkeit auf. Mehrere Planungsanpassungen waren notwendig. Die öffentliche Ausschreibung erfolgte schließlich im Frühjahr 2023.
Die Holzkonstruktion in Verbindung mit einem Stahltrapezblechdach hat eine lichte Höhe am Spielfeldrand von 5,5 m und unter dem Dachfirst 8,5 m. Die Dachform ist als Satteldach mit Trapezblech und einem Antikondensvlies ausgeführt, um die Bildung von Kondenswasser zu verringern. Die Fassade der Halle ist mit einer mikroperforierten Textilmembran ausgestattet, welche für eine natürliche Luftzirkulation sorgt, vor Witterungseinflüssen schützt und gleichzeitig einen Blickbezug nach Außen herstellt. Die Halle verfügt über eine Prallwand bis zu einer Höhe von 2,5 m. Die Konstruktion wurde speziell für diesen Anwendungsfall im Außenbereich entwickelt und zertifiziert. Die Prallwand ermöglichte eine Reduzierung der Abstandsflächen zwischen Spielfeld und Außenwand, wodurch sowohl die Gesamtgröße der Halle als auch die Spannweiten verringert werden konnten. Der Sportboden der Freilufthalle besteht aus einem außenklimatauglichen, elastischen Outdoorbelag.
Das Hallendach ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die von den Stadtwerken Tübingen betrieben wird. Mit einer Leistung von über 230 Kilowatt-Peak erzeugt sie im Jahresverlauf deutlich mehr Strom, als für den Betrieb der unbeheizten Halle benötigt wird. Der Einsatz von Holz als CO₂-Speicher und energieeffiziente LED-Beleuchtung unterstreichen den nachhaltigen Ansatz der Bauweise.
Die Halle mit einer Grundfläche von 22 x 44 m ist auf verschiedene Sportarten ausgelegt und bietet ein Handballfeld in Längsrichtung, drei Basketball- und Volleyballfelder und neun Badmintonfelder in Querrichtung. Ergänzend zur Halle wurde ein funktional reduziertes Nebengebäude errichtet.
Aufgrund der fußläufigen Nähe zur Geschwister-Scholl-Schule wurde auf umfangreiche Ausstattung verzichtet, um somit ressourcensparend den tatsächlichen Bedarf abzudecken. Das Gebäude enthält lediglich eine Unisex-Umkleide ohne Dusche, ein Lager für Sportgeräte, ein barrierefreies WC und einen Putzraum.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.