Veranstaltungsort für Tagungen, Seminare, Produktpräsentationen oder Pressekonferenzen.
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Foto: Christian Robach
Reserveallee 476646 Bruchsal
Das Projekt Haus R4 überzeugt durch eine klare konzeptionelle Haltung: Die schwierige Lage zwischen dichter Nachbarbebauung wird nicht als Nachteil verstanden, sondern prägt den Entwurf. Ein grenzständiger Küchenanbau schirmt das Gebäude nach außen ab, organisiert die Erschließung neu und öffnet das Haus großzügig zum Garten. Präzise gesetzte Fensterfronten holen viel Tageslicht ins Innere, schaffen räumliche Weite und gewähren Ausblicke, ohne Einblicke preiszugeben. Die Transformation des Bestands war auch baulogistisch anspruchsvoll, da das Grundstück nur schwer zugänglich ist. Dennoch gelang es, das Gebäude funktional neu zu ordnen und nachhaltig zu entwickeln.
Ein zentrales Element bildet die neue Treppe, die Erd- und Untergeschoss selbstverständlich verbindet und den Rückbau des früheren Fahrstuhls kompensiert. Die Grundrisse sind klar und flexibel gestaltet: barrierearme Räume im Erdgeschoss, neutrale Flächen im Untergeschoss – so wächst das Haus mit den Lebensphasen seiner Bewohner. Die Architektur vermittelt eine ausgewogene Balance zwischen Offenheit und Schutz, und trotz der puristischen Formensprache entsteht eine warme, wohnliche Atmosphäre. Auch in konstruktiver und energetischer Hinsicht setzt das Projekt Maßstäbe. Die bestehende Tragstruktur wurde erhalten und intelligent ertüchtigt, um Ressourcen zu schonen und graue Energie zu bewahren. Ergänzt durch Photovoltaik auf dem Dach und eine effiziente Wärmeversorgung wird der Energiebedarf dauerhaft reduziert.
Damit entsteht ein Haus, das Tradition und Zukunft verbindet: Es bewahrt die architektonische Identität der 1960er Jahre, interpretiert sie mit klarer Formensprache neu und erfüllt zugleich höchste Ansprüche an Nachhaltigkeit. Haus R4 ist kompakt, energieeffizient und familiengerecht, es zeigt den respektvollen Umgang mit vorhandener Substanz und die kluge Integration regenerativer Energien. Beispielhaft verdeutlicht das Projekt, wie Bestandsgebäude in schwierigen Lagen durch präzise Eingriffe und nachhaltige Konzepte zu zeitgemäßer, identitätsstiftender Architektur weiterentwickelt werden können – ein Modell für ressourcenschonendes Bauen der Zukunft.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.