Heilbronner Bankhaus
Allee 18
74072 Heilbronn
Mattes Riglewski Architekten, Franz-Josef Mattes, Kristian Riglewski; bis 2014: mattes · sekiguchi partner architekten BDA, Heilbronn; Landschaftsarchitekten: Biegert Landschaftsarchitektur, Bad Friedrichshall
Volksbank Heilbronn
2014
Mitarbeit: Petra Baumann, Jan Baumeister, Cornelius Krähmer,Marc Konzi, Ulrike Osterwald, Bettina Schuster, Sibel Yüksel
Nutzfläche: 8.362 m²
LPH: 1-8
Der Erweiterungsbau der Volksbank Heilbronn entwickelt sich logisch und konsequent aus der vorhandenen Stadtstruktur, setzt den mit der Eckbebauung begonnenen Gebäudekomplex an der Allee sinnfällig fort und definiert ein neues, kraftvolles und doch selbstverständliches städtebauliches Ensemble. Der mäandrierende Baukörper erzeugt zwei gegenüberliegende Hofsituationen. Der nach Osten geöffnete Grünhof bewirkt wohltuende Distanz zum Bestand, wogegen der zur Allee geöffnete, gepflasterte Hof ein hohes Maß an städtischer Aufenthaltsqualität verspricht. Es entfalten sich vielfältige Raum- und Blickbeziehungen. Stadt, Hof und Grün treten in einen Dialog von Innen und Außen.
Dem Ankommenden bietet der kräftige und durch seine ambivalente steinerne Oberflächenstruktur fast schon skulpturale Baukörper eine eindeutige Hofsituation und dem Flanierenden einen geschützten Bereich, der die heterogene Nachbarschaft ausblendet und doch das Stadtleben bereitwillig einfließen lässt. Der transparente Veranstaltungssaal wird wie ein Juwel durch die flankierende Bebauung gefasst und gehalten. Zur Allee zeigt sich das Gebäudeensemble als logische, rhythmisierte Abfolge mehrerer wohlproportionierter Einzelgebäude in Anlehnung an die für die Allee typische Einzelblockbebauung.
Die vorhandene Arkadensituation wird entlang der Allee und in den Innenhof fortgeführt. Sie leitet den Besucher selbstverständlich in den lichten Hof, der im Erdgeschoss zahlreiche Flächen für verschiedenste Nutzungen vorhält. Ein großzügiger Treppenraum führt über eine Galerie in den Vorbereich zum Saal und ermöglicht so eine angemessene Erschließung. Vom Saal in seiner würdigen Strenge eröffnet sich der Blick auf die Stadt, sowie zurück in den Innenhof. Der Hof bietet Aufenthaltsqualität und Fläche für vielfältige kulturelle und städtische Veranstaltungen. Die zum Teil schwebende Kunstinstallation von dem Künstler Gunther Stilling, Beleuchtung und eine sparsame, aber hochwertige Stadtmöblierung runden das Gesamtensemble ab.
Erhabene, steinerne Fassaden aus feinem, hellem Dolomit werden durch schlanke, vertikale Fensterelemente rhythmisch gegliedert. Der Erweiterungsbau tritt mit seiner klaren Material- und Formensprache in kontrastreichen Dialog zu den ihn umgebenden historischen Bankgebäuden. Ein umfangreiches Energie- und Klimakonzept gewährleistet optimale Raumbedingungen für Nutzer und Besucher. Die einfache, kompakte Bauweise und Konstruktion versprechen eine wirtschaftliche Realisierung und Gebäudeunterhaltung.
Das bestehende Volksbankgebäude und der neue Erweiterungsbau, der Grünhof und der Stadthof bilden gemeinsam eine städtebauliche Einheit, die geprägt wird von der Balance zwischen Freiräumen und Baukörpern, welche geschickt auf dem Grundstück verteilt sind. Sie schaffen gemeinsam einen Ort der Identität, eine Insel in der Stadt und konzentrieren somit die subtile Qualität des eigentlich begrenzten und daher umso wertvolleren städtischen Raumes.
Baubeteiligte
Bauleitung: K+K Ingenieurgesellschaft mbH, Neckarsulm
Tragwerk: RPB Rückert GmbH, Heilbronn
Bauphysik: Kurz und Fischer GmbH, Winnenden
HLS: Wagner, Klein, Usenbenz GmbH+Co KG, Neckarsulm
Elektro: S+P Ingenieure, Heilbronn
