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Foto: Jutta Glaunsinger
Virchowstraße 889075 Ulm
Innerhalb des Infrastrukturzentrums Ulm-Eselsberg ist die neue Kirche Sankt Klara aus städtebaulicher Sicht ein Drehpunkt für den gesamten Komplex. Es galt, die verschiedenen Straßenfluchten und Bebauungsrichtungen aufzugreifen und zusammenzuführen. Der runde Baukörper erwies sich hierbei als günstig, auch deswegen, weil er sich den heterogenen Umgebungsbedingungen wie Bachbett, Grünkante, Brücke, Straße und Terrasse anpasst.
Die Position der Kirche im Gesamtkonzept ist jedoch nicht der Mittelpunkt, ist nicht die höchste Stelle. Sie ist an die Seite gerückt, für sich gelegen, und über die Zwischenterrasse erschlossen, die dadurch zum eigenen Kirchenvorplatz wird. Sie ist gewissermaßen der "primus inter pares". Die Mitte der Anlage bleibt frei.
Der runde Grundriss besteht aus der einfachsten geometrischen Figur: Es ist die Form frühchristlicher Rundkirchen oder Zentralbauten. Die Mittelachse von West nach Ost artikuliert und zerschneidet die Rotunde im Grundriss, in der Fassade und im Dach und öffnet damit Eingang und Chor. Die beiden verbleibenden Halbschalen betonen die Querrichtung.Eine Außenstützmauer, hinter der sich die Sakristei verbirgt, führt zum Eingang hin, setzt sich als gedachte Linie fort und tritt in der Chorrückwand wieder hervor, die sich als U-förmiges Bauteil von der Rotunde ablöst.Im Querschnitt zeigt sich eine Dreiteilung, gewissermaßen eine "umgekehrte Dreischiffigkeit": Das Mittelschiff ist niedriger als die beiden Seitenschiffe. Die Absicht der Lichtführung von oben durch den Dacheinschnitt, zusammen mit der Idee einer hängenden Dachkonstruktion aus Stahl, führte zu diesem Konzept. Dazu kommt eine Asymmetrie bedingt durch die Hanglage: Die nördliche Außenwandschale ist halb eingegraben sowie vollkommen geschlossen, die südliche Außenwandschale steht frei und ist mit 74 Lichtöffnungen perforiert.Die Fassade besteht aus einer homogenen Klinkerschale. Auf der Südseite sind in einem regelmäßigen Raster Glasbausteine eingemauert, die das Lichtpunktraster im Inneren bilden. Die Klinkerschalen sind unterbrochen von gebäudehohen Verglasungen im Windfang und im Chorbereich.
Das abgesenkte mittlere Dach ermöglicht eine beidseitige Oberlichtverglasung, die das Tageslicht an die Decke und vor allem an die Innenseite der Halbschalen wirft, von wo aus es in die Raummitte reflektiert wird. Die hohen Verglasungen im Eingangsbereich und im Chor unterstützen diese diffuse Lichtwirkung von oben mit direktem Tageslicht von der Seite.Die Lichtrasterpunkte der Südwand sind vom Ulmer Künstler Herbert Volz mit Metallplatten ergänzt, die auf der Außenseite farbig sind. Das einströmende Tageslicht transportiert die Farben auf die Laibungsflächen. So entsteht ein farbiges und graphisches Muster.
Die Innenarchitektur lebt zunächst von der reinen Raumform und den Oberflächen und Farben der raumbegrenzenden Bauteile. Der Boden aus grauem bretonischen Granit, die Wände weiß verputzt, die Decke aus dunkelrot lasierten Holzplatten, die tieferliegende Dachfläche weiß, das Dachtragwerk dunkelgrau. Neben liturgischen Orten, die von Herbert Volz aus Holz gestaltet werden, ist als raumbildender Einbau die Empore vorhanden, eine Brettschicht-Konstruktion auf Stahlstützen, die quer zur Mittelachse vor dem Windfang liegt und mit diesem ein Kreuz bildet.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.