Veranstaltungsort für Tagungen, Seminare, Produktpräsentationen oder Pressekonferenzen.
Informationen für private und gewerbliche Bauherrinnen und Bauherren, Städte und Kommunen.
Foto: Dietmar Strauß
Pfleghofstraße 4/172070 Tübingen
Das spätklassizistische Gebäude in Nachbarschaft zum historischen Pfleghof der Tübinger Altstadt wird umgebaut und durch einen eingeschossigen Anbau erweitert. Die breite Fensterfront zur Pfleghofstraße erlaubt Einblicke und den Zutritt in den zweigeschossigen Empfangsbereich. Der Ladenraum bietet verschachtelte Durchblicke, unter anderem durch offenes Fachwerk, in die verschiedenen Ebenen. Die Idee einer offenen, egalitären Bürolandschaft ist umgesetzt.
Über die abwärts führende Treppe gelangt man in das Zwischengeschoss als Verbindung zum Anbau. Die Bodenplatte des Altbaus wurde hier abgesenkt. Genutzt wird das Mezzanin zur Unterbringung von Technik, Sanitärräumen und Küche. Im Neubau sind ein Konferenzbereich und Büros untergebracht. Die Räume beeindrucken durch Schlichtheit. Die Wandflächen im Altbau sind mit durchgefärbtem grobem Putz gestaltet, während im Neubau das rohe Mauerwerk sichtbar und von rauer Ästhetik ist. Farbliche Akzente, wie der Küchentresen in Neongelb, Messinggeländer und silberne Vorhänge stehen in lebendigem Zwiegespräch mit der Architektur.
Der Neubau, der sich winkelförmig Richtung Mühlstraße erstreckt, setzt sich in seiner modernen Formensprache vom Altbau ab und greift gleichzeitig die Vergangenheit des Ortes auf und fügt sich in den historischen Kontext ein. Der offene Innenhof zitiert ein Element der Tübinger Stadtstruktur und schafft eine Verzahnung von privatem und öffentlichem Bereich. Großflächige Fenster öffnen die Fassade und ermöglichen den Blick zum Österberg. Die grobe Putzstruktur in zurückhaltender Mehrfarbigkeit korrespondiert mit den Natursteinmauern der Schulbergterrassen und dem Pfleghof.
Die Terrassierung des Anbaus mit begrünter Dachlandschaft differenziert den skulpturalen Baukörper, der sich in den Hang der Schulbergterrassen einbettet und wie selbstverständlich Bestandteil der vorgegebenen Topografie und Stadtmorphologie wird.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.