Pausenbereich Hoepfner Bräu
Haid-und-Neu-Straße 18-20
76131 Karlsruhe-Oststadt
helleckes landschaftsarchitektur Stefan Helleckes, Michaela Uhl Karlsruhe | Projektleiterin in freier Mitarbeit: Maria Schiller, Karlsruhe
Hoepfner Bräu Friedrich Hoepfner Verwaltungsgesellschaft mbH & Co KG, Karlsruhe
2022
Von der Infrastrukturfläche zum qualitätsvollen Freiraum – durch Bündelung infrastruktureller Nutzungen in einem neuen Pavillon mit Dachlounge unter hohen Bäumen entsteht ein attraktiver Pausenbereich
Das Hoepfner Areal ist längst kein reines Gewerbegebiet mehr. Auf dem historischen Brauereigelände arbeiten mittlerweile innovative Start-Ups mit ungefähr 500 Beschäftigten, für die ein angemessener Außenbereiche fehlte. Die vorgesehene Fläche unter hohen Bäumen war stark versiegelt und geprägt von Müllsammelplätzen, provisorischen Bauten und wild platzierten Fahrrädern.
Ein verträgliches Raumkonzept
Mit dem Raumkonzept konnten undefinierte Außenflächen über die Setzung eines Pavillons zwischen Zufahrt, Pausenbereich und Biergarten neu gegliedert werden. Die Infrastruktur, auch für den zukünftigen ThinkTank mit ca. 135 weiteren Arbeitsplätzen, wurde gebündelt und damit im Freiraum qualitätvoller Pausenraum geschaffen. Einen besonderen Mehrwert stellt die Begehbarkeit des Daches dar. So entstand eine Pausenlounge auf dem Sonnendeck. Im Gleichklang mit dem denkmalgeschützten Gebäude wurden wertvolle, historische Relikte wie die Sandsteinmauer und die alte Schranke aufgenommen, integriert und in Szene gesetzt. Es entstanden einfache und nutzungsoffene Orte, die mit ihrer Aufenthaltsqualität vielseitige Funktionen und Aktivitäten im innovativen Brauereigelände eröffnen.
Der Pavillon
Im Erdgeschoss bündelt der Pavillon infrastrukturelle Nutzungen. Die Volumina von Fahrradparken und Müllsammelraum wurden geschickt in den Baumbestand platziert und durch das über eine Treppe begehbare Dach zu einer Einheit verbunden. Die geschwungene Gebäudeform adaptiert die Kurvenradien der Brauerei-LKWs und fügt sich mühelos fließend in die Umgebung ein. Die Dachfläche bietet mit ihrem Aufenthaltsbereich in den Baumkronen eine ganz besondere Raumqualität. Diverse Sitz- und Stehgelegenheiten und die Ausstattung mit WLAN und Strom verwandeln das Deck zur Network-Lounge zum Arbeiten und Kommunizieren im Freien oder zu einem chilligen Ort für ein Feierabendbier. Mit dem Blick durch das Blätterdach ergeben sich neue Perspektiven auf das Hoepfner-Areal und die Haid-und-Neu-Straße.
Um den Pavillon als Stahlrahmenkonstruktion mit Stahlbetondecke legt sich eine vorgehängte, teilweise perforierte Fassade aus eloxiertem, gewelltem Aluminium, Durch diesen Vorhang einfallendes Tageslicht zaubert ein lebhaftes Schattenspiel ins Innere der Einhausung. Das Gebäude stellt keine thermische Hülle dar, sondern schützt die infrastrukturellen Einrichtungen ausschließlich vor Niederschlagswasser. Da die Fläche des Baukörpers bereits vorher asphaltiert war, konnte der Pavillon unmittelbar unter das Baumdach geschoben werden. Seine Fundamente im Wurzelbereich der großen Bestandsbäume wurden in enger Absprache mit dem Gartenbauamt mit Saugbaggern ausgehoben und das Dachflächenwasser über Versickerung für die Bäume verfügbar gemacht.
Der raue Charme des Ortes
Durch bedachte Auswahl angemessener Materialien gelingt es, den rauen Charme des Ortes fortzuschreiben. Locker gebündelte Sitzmöbel aus zylinderförmigen Stahlbetonfertigteilen mit unterschiedlichen Durchmessern und Höhen, sowie dazu passende farbige Sitzmöbel aus Polyurethan laden im Pausenbereich unter Bäumen zum Verweilen ein. Leuchthocker sorgen für stimmungsvolle Atmosphäre in den Abendstunden. Der Freibereich ist heute weiträumig entsiegelt. Der Baumhain erhielt eine Deckschicht aus Edelsplitt, der in Sitzhockernähe mit runden Trittplatten aufgelockert wird. Im Pavillon sorgt ein mit umlaufendem Stahlband eingefasster Betonpflasterbelag für die praktische und unkomplizierte Nutzbarkeit der dort untergebrachten infrastrukturellen Funktionen. Der Flickenteppich der vorhandenen Asphalt-Beläge im Durchfahrtsbereich wurde als authentisches Relikt der gewerblichen Nutzung erhalten, durch Farbmarkierungen akzentuiert und der Charakter des Ortes weiterentwickelt.
Der Baumhain
Alle vitalen Bäume konnten erhalten und der Baumhain mit Neupflanzungen von
sieben zukunftsfähigen Klimabäumen ergänzt werden.
Bauherr
Hoepfner Bräu Friedrich Hoepfner
Verwaltungsgesellschaft mbH & Co KG
Haid-und-Neu-Straße 18-20
76131 Karlsruhe
Planung
helleckes landschaftsarchitektur
Stefan Helleckes, Michaela Uhl
Maria Schiller, Projektleitung in Freier Mitarbeit
Planungszeitraum und Realisierung
2019-2022
Fläche
1.050 m2
Beauftragte Leistungen
LPH 2-8
Fotografie
Sebastian Schels
