Wohn- und Wohn-Pflegeheim mit tagesstrukturierenden Angeboten für Menschen mit Behinderungen
Wettersdorfer Straße 56 A/B
74731 Walldürn
Riehle + Assoziierte GmbH + Co.KG Architekten und Stadtplaner, Reutlingen: Projektleiter: Rainer Frank, Tobias Hock
Johannes-Diakonie Mosbach, vertreten durch die Vorstände, Dr. Hanns-Lothar Förschler und Jörg Huber, Mosbach
2013
Netto-Grundfläche: ca. 3.150 m²
Brutto-Rauminhalt: ca. 15.800 m³
Plätze: Wohn-/Pflegeheim 36, Tagesstruktur 42, Wohnheim 24
Planungsbeginn: April 2009, Bauzeit: 19 Monate
Fertigstellung: Oktober 2013
Gesamtkosten: brutto 8,05 Mio. Euro (ohne Grundstück)
Die neue Wohnanlage gliedert sich in drei windmühlenartig um ein zentrales Erschließungselement angeordnete Flügel, die bedingt durch ihre L-Form, verschiedene Innenhöfe bilden.
Im Erdgeschoss sind die Verwaltung, Technik und Lagerräume sowie zwei Wohn-/Pflegegruppen untergebracht, die direkt dem Freibereich angegliedert sind. Im Obergeschoss befinden sich drei weitere Wohn-/Pflegegruppen. Über das zentrale Treppenhaus mit zwei Aufzügen und einer einläufigen Treppenanlage sind alle Wohn-/Pflegegruppen miteinander verbunden. Den einzelnen Gruppen sind Wohnhöfe zugeordnet, die durch die in den Gruppen mittig angeordneten Gemeinschaftsbereiche über Terrassen oder Balkone zugänglich sind.
Das zweigeschossige Gebäude ist nicht unterkellert. Dem Haupteingangsbereich ist ein Vorplatz vorgelagert, der durch den freistehenden und eingeschossigen Baukörper der Tagesstruktur zoniert und gemeinsam genutzt wird.
Stellungnahme von Nutzerseite zur Konzeption
Der Neubau des Wohn- und Pflegeheimes "Haus am Limes" mit der Tagesstruktur in Walldürn, hat für alle darin lebenden Bewohnerinnen und Bewohner eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität bewirkt. Durch die sternförmige Bauweise und die großzügigen Grünflächen, hat jeder Bewohner die Möglichkeit, seine individuellen Wünsche auszuleben. Die Bewohner können sich zurückziehen, aber auch durch die großzügigen Gemeinschaftsräume und Grünflächen am Gemeinschaftsleben teilhaben. Die Zimmer sind individuell gestaltet und jeder Bewohner hatte die Möglichkeit, eigene Möbel mitzubringen.
Die Unterteilung der Wohngruppen in zwei Abschnitte lässt die Größe der Wohneinheit nur erahnen. Den Mittelpunkt der Wohngruppe stellt der Wohn- und Essbereich dar. Die offene Küche erlaubt den Bewohnern die Teilhabe bei der Vorbereitung der Mahlzeiten, bzw. aktive Teilnahme beim Kochen. Somit können auch Bewohner, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, am Prozess teilhaben.
Die Außenanlage lädt zum Spielen, Grillen und zu kleineren Spaziergängen ein. Auch Bewohner, die ohne Begleitung nicht das Gelände verlassen dürfen, haben durch die Einfriedung der Grünflächen die Möglichkeit, sich selbständig ins Freie zu begeben. Die Bewohner und Mitarbeiter gestalteten die Zimmer und Gemeinschaftsräume nach ihren Vorstellungen. Dies ist ihnen hervorragend gelungen.
Die Trennung des Wohngebäudes von den Räumlichkeiten der Tagesstruktur ist nach dem Zwei-Milieus-Prinzip konzipiert. Bewohner verlassen morgens das Haus und gehen zur "Arbeit". Somit besteht für sie eine Trennung von Wohnen und Arbeiten.
