Wohnpark Stadtgarten - Am Stadtgarten 1-8, Bertha-Benz-Weg 1-5, Schönbuchstr. 16-26, Rudolf-Diesel-Str. 21
Am Stadtgarten 1
71032 Böblingen
Reichl, Sassenscheidt und Partner PartG mbB - Freie Architekten BDA, Stuttgart; Projektleiter: Holger Zinser | Landschaftsarchitektin: Sibylle Bayer, Freie Landschaftsarchitektin, Esslingen
Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau, Stuttgart | Böblinger Baugesellschaft mbH, Böblingen; Projektleitung: Dietmar Kress, Norbert Gromann
2016
Tragwerksplanung: Bornscheuer Drexler Eisele, Beratende Ingenieure im Bauwesen VBI, Stuttgart
Heizung, Lüftung , Sanitär: EGS-plan Ingenieurgesellschaft, Stuttgart
Elektro: Ingenieurbüro Mück & Schaber, Holzgerlingen
Bauphysik: EGS-plan Ingenieurgesellschaft, Stuttgart
Städtebau – Wohnen am Park
Auf dem Gelände befand sich ehemals die Sporthalle Böblingen die 2008 abgerissen wurde. Im Mittelpunkt des Entwurfs steht die enge Verzahnung mit dem angrenzenden Stadtpark. Alle Gebäude profitieren von der hochwertigen Lage durch Sicht- und Wegebeziehungen. Erreicht wird dies durch das austarierte Versetzen der Gebäude. Trotz einer wirtschaftlichen Dichte wird Enge und Verschattung vermieden.
Großstruktur
Zwei Baufelder in Nord-Süd Ausrichtung umschließen den mittigen Grünraum. Öffentliche Durchgänge strukturieren das Baufeld in vier Einzelquartiere. Dem Baumoval wird eine kräftige Raumkante gegenübergestellt, die auch gleichzeitig den Schallschutz für den Binnenraum übernimmt. Ein räumlich differenzierter Freiraum durchzieht das Gesamtquartier in Nord-Süd-Richtung.
Erschließung
Der Wohnpark ist ein autofreies Quartier mit hochwertigen Freiräumen. Parkierungsflächen befinden sich an den Rändern und werden auf kürzestem Wege angefahren. Die Zugänglichkeit der Gebäude erfolgt über helle, großzügige Eingangshallen, gut auffindbar den öffentlichen Erschließungen zugeordnet. Ver- und Entsorgung erfolgt ausschließlich über die Schönbuchstraße, Rudolf-Diesel-Straße und die Stettiner Straße. Offene Stellplätze sind den Längsseiten des Quartiers zugeordnet. Unter Bäumen kann die hohe Anzahl der privaten und öffentlichen Stellplätze verträglich angeordnet werden.
Entwurfsidee Gebäudeorganisation
Aus der Not entsteht eine Tugend. Da die Parkierung wegen des schwierigen Baugrunds nicht im Untergrund „verschwinden“ kann, wird sie ebenerdig angeordnet, kompakt, übersichtlich, ohne Rampen und mit Tageslicht versehen.
Das Wohnen beginnt überwiegend erst darüber in der Beletage, losgelöst von Vorgartenrabatten, Einblicken und Störungen. Damit verbleibt im Sockelgeschoss genügend Fläche für großzügige Eingangshallen, die echte „Adressen“ darstellen.
Flächen für Fahrräder, Kinderwagen und Müll werden im klinkerverkleideten Sockel integriert. Die „Einhausung“ der Parkierungsflächen erfolgt mit einer beschichteten Aluminiumlamellenfassade in welche Türen und Tore flächenbündig integriert sind und eine natürliche Belüftung und Belichtung der raumseitigen Flächen gewährleistet.
Quartiersraum
Als besondere Einrichtung steht der gemeinsame Quartiersraum als Treffpunkt aller Generationen und Servicebüro der Sozialstation Böblinger Kirchengemeinden allen Bewohnerinnen und Bewohnern im Quartier offen und steht für gemeinsame Feste, Plausch unter Nachbarn und vielfältigen Mitmachmöglichkeiten zur Verfügung.
Schallschutz
Mit dem Abrücken der Bebauung von der Schönbuchstraße entsteht ein großzügiges Vorfeld für offenes Parken unter Bäumen. Die Ost-West-Ausrichtung der Wohnungen begünstigen die Anordnung von Schallschutzgrundrissen. Zur Vermeidung von Schalltrichtern wird die Bebauung entlang der Schönbuchstraße eher geschlossen ausgeführt. Damit erhält das gegenüberliegende Baumoval eine kraftvolle Raumkante.
Freianlagenkonzept
Trotz der engen Verzahnung mit dem Stadtpark erfolgen die Übergänge zum Privatgrundstück klar und präzise. Durch die Hochlage der Wohnungen können die Freiflächen im Erdgeschoss großzügig und zusammenhängend gestaltet werden. Spielplätze und Sitzmöglichkeiten werten die Grünräume im Quartiersinneren zu einem parkähnlichen Freiraum „Grüne Mitte“ auf.
