Obwohl 45 Prozent seines Personals weiblich ist, empfindet es Büroinhaber Markus Ernst als äußerst schwierig, eine Frau zur Übernahme einer Führungsposition zu motivieren. Trotz größter Kompetenz würden sie es sich oft nicht zutrauen. Auch in Sachen Gehaltserhöhung seien die Mitarbeiterinnen meist sehr zurückhaltend und kämen fast nie auf ihn zu – ganz anders als Männer. Er empfahl mehr Mut.
Dazu bezogen drei Landesvertreterinnen engagiert Position. Sie verwahrten sich dagegen, dass von Frauen verlangt werde: „Sei wie ein Mann!“; nichts spräche dagegen, das Gehalt auch ohne vorhergehende Verhandlungen zu erhöhen. Darüber hinaus thematisierten sie Probleme von strukturellem Rassismus, etwa die Frage bei Bewerbungsgesprächen, ob „es in Ihrem Kulturkreis nicht üblich ist, sehr früh zu heiraten und Kinder zu kriegen?“
... zu HOAI und Aufgaben des Berufsstands
AKBW / Jan Potente
Wir müssen weg von den starren Tafelwerten und hin zur Betrachtung der Aufwendungen in den Büros; wir müssen weg vom Prekariat und hin zu auskömmlichen Gehältern für die Mitarbeitenden. Es geht darum, welche Kosten im Büro anfallen.
Es gibt enorm wichtige gesellschaftliche Aufgaben, für die Architektinnen und Architekten gut ausgebildet sind: der ganzheitliche Blick auf Gebautes. Heutzutage geht es vorwiegend auch darum, mit möglichst reduzierten Eingriffen das Vorhandene gut nutzbar zu machen. Für diese Tätigkeit bedarf es einer angemessenen Vergütung. Genauso wie für die Phase 0, an deren Ende die Erkenntnis stehen kann, dass es keine weiteren Leistungsphasen gibt.
Unser Berufsfeld ist die Baukultur. Die Leistungsphasen 5 bis 9 sind genauso wichtig wie 1 bis 4. Der Vormarsch von BIM ändert nichts daran.
Im Interesse der Qualität müssen wir es schaffen, interdisziplinär zu arbeiten: alle Fachrichtungen auf Augenhöhe. Denn ein Gebäude steht immer auf einem Boden und in einem räumlichen Kontext.