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Mit den 19. Stuttgarter Brandschutztagen am 4. und 5. Februar 2026 bestätigte sich einmal mehr die Bedeutung der Veranstaltung als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch im vorbeugenden Brandschutz. Veranstaltet in Kooperation der Architektenkammer Baden-Württemberg mit der Ingenieurkammer Baden-Württemberg sowie dem Informationszentrum Beton versammelten sich Fachplaner:innen, Behördenvertreter:innen, Feuerwehr, Wissenschaft und Industrie in Stuttgart, um aktuelle Entwicklungen, normative Herausforderungen und praxisnahe Lösungsansätze zu diskutieren.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch hochrangige Vertreter aus Politik und Kammern. Dr. Christian Schneider (Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg) betonte die Rolle des Brandschutzes als integralen Bestandteil qualitätsvollen Bauens. Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann und Stefan Weber unterstrichen aus Sicht der Ingenieur- und Architektenschaft die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit angesichts wachsender technischer und gesellschaftlicher Anforderungen.
„Wir Architekten müssen uns mit dem Thema Brandschutz mehr denn je auseinandersetzen. Fortbildung und Austausch - wie bei den Stuttgarter Brandschutztagen - sind daher enorm wichtig. Vertiefte Kenntnisse im Brandschutz können aber auch ein wirtschaftlicher Vorteil im Berufsleben sein.“, so Dipl.-Ing. Stephan Weber, Vizepräsident AKBW.
Der erste Veranstaltungstag stand inhaltlich klar im Zeichen des Schulbaus. Beiträge zu zeitgemäßen Brandschutzkonzepten, bestandsverträglichen ingenieurtechnischen Nachweisen sowie bauordnungsrechtlichen Anforderungen machten deutlich, wie stark pädagogische Konzepte, Umbau im Bestand und Sicherheitsanforderungen heute miteinander verwoben sind. Besonders das Open-Source-Pilotprojekt der IGS Süd Frankfurt zeigte exemplarisch, wie Brandschutz, Architektur und Nutzerbedürfnisse zusammengeführt werden können. Ein abschließendes Fachgespräch zum Schulbau mit seinen aktuellen Herausforderungen bot Raum für Erfahrungsaustausch jenseits formaler Vorträge.
Der zweite Tag weitete den Blick auf neue Technologien und Risiken. Im Fokus beispielsweise Lithium-Ionen-Batterien und Wasserstoff – Themen, bei denen sich Energiewende und Brandschutz unmittelbar begegnen. Forschungsbasierte Beiträge, unter anderem der HfT Stuttgart und dem KIT, sorgten für eine sachliche Einordnung zwischen Regelwerk, Einsatzpraxis und realen Gefährdungsszenarien.
Weitere Schwerpunkte lagen auf Sicherheits- und Einsatzstrukturen, etwa am Beispiel des „Hamburg Standards“, sowie auf aktuellen Regelwerken wie der neuen Krankenhausbaurichtlinie NRW. Die Schnittstellen zwischen Brandschutz und Tragwerksplanung wurden ebenso beleuchtet wie Rollen- und Verantwortlichkeiten im Planungsprozess. Beiträge zu Krisenplanung, Selbstentzündungsprozessen und internationalen Erfahrungen mit Holz-Hybrid-Bauten rundeten das Programm ab.
Die Stuttgarter Brandschutztage zeigten eindrucksvoll, dass Brandschutz heute weit über das Erfüllen von Vorschriften hinausgeht: Er ist strategische Planungsdisziplin, Innovationsmotor und unverzichtbarer Bestandteil nachhaltiger und zukunftsfähiger Architektur. Die 20. Ausgabe ist bereits vorgemerkt für 3. und 4. Februar 2027.