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  • Bei den 22. Heidelberger Schlossgesprächen auf dem Podium (v. l.):Philip Haggeney, Ferdinand Ludwig, Wolfgang Riehle, Andrea Gebhard / Foto: Thilo Ross

    Kann die Transformation gelingen?

    Bei den 22. Heidelberger Schlossgesprächen auf dem Podium (v. l.):Philip Haggeney, Ferdinand Ludwig, Wolfgang Riehle, Andrea Gebhard / Foto: Thilo Ross
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    22. Heidelberger Schlossgespräche mit Andrea Gebhard

    Weg vom Hochbau hin zur „grün-blauen Infrastruktur“, hieß es bei den 22. Heidelberger Schlossgesprächen am 7. November 2023. Die warteten gleich mit zwei Neuheiten auf: Nachdem der Fokus in den letzten Vorträgen von Werner Sobek und Matthias Sauerbruch zunehmend auf dem Bereich des nachhaltigen Bauens lag, war es nur folgerichtig, erstmals eine Landschaftsarchitektin als Hauptrednerin einzuladen.

    Und zwar nicht irgendeine, sondern die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Andrea Gebhard – sozusagen die „First Lady“ des Berufsstands, wie Moderator Wolfgang Riehle sie begrüßte. Eine streitbare Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, welche die Politik nicht nur beim Thema „Transformation“ vor sich hertreibe.

    „Kann die Transformation gelingen?“, lautete der Titel ihres Vortrags, der ein weiteres Novum darstellte: Es war kein Werkbericht zu eigenen Arbeiten, sondern ein Parforceritt durch Chancen und Möglichkeiten einer sich wandelnden Architekturhaltung. Andrea Gebhard zeigte auf, welch enormes CO2-Einsparpotenzial die Renaturierung der Moore bietet, möglicherweise sogar in Kombination mit Photovoltaik. Sie stellte die Frage nach der Lebensqualität unserer Städte und ob das Ideal vom großen Auto und Einfamilienhaus noch zeitgemäß sei.

    „Wir brauchen positive Bilder, architecture that tells a story“, forderte Gebhard und nannte als Vorbild Kopenhagen, wo der nächste Park nicht weiter als 300 Meter entfernt liege. Dort bestimme nicht mehr das Auto die Mobilität und deshalb könne auch ein vierjähriges Kind allein zum Eis kaufen gehen. Auch die Möglichkeiten, die in der Umwandlung von Gewerbegebieten zu „grünen Kraftwerken“ liegen, mit begrünten Dächern und Photovoltaik: dies alles sei keine Vision. Die Pläne lägen auf dem Tisch, die Instrumente zur Lösung unserer Wachstumsprobleme seien bekannt. Was fehle sei ein Kataster der Potenziale.

    Die anschließende Gesprächsrunde mit Philip Haggeney, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner bei RMP Stephan Lenzen, und Prof. Dr. Ferdinand Ludwig, der die Professur für Green Technologies in Landscape Architecture an der TU München innehat, zeigte weitere Potenziale der Transformation auf: Das Feld der Baubotanik, bei der Pflanze und Haus verschmelzen, sowie essbare Spalierobstbegrünungen von Fassaden sind nur einige der Aspekte, die zur Sprache kamen.

    Von links: Ferdinand Ludwig, Wolfgang Riehle, Andrea Gebhard, Philip Haggeney und Bernd Müller, Mitinitiator der Schlossgespräche | Foto: Thilo Ross

    Die anschließende Gesprächsrunde mit Philip Haggeney, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner bei RMP Stephan Lenzen, und Prof. Dr. Ferdinand Ludwig, der die Professur für Green Technologies in Landscape Architecture an der TU München innehat, zeigte weitere Potenziale der Transformation auf: Das Feld der Baubotanik, bei der Pflanze und Haus verschmelzen, sowie essbare Spalierobstbegrünungen von Fassaden sind nur einige der Aspekte, die zur Sprache kamen.

    Wie auch bei den vergangenen Schlossgesprächen landete das Gespräch rasch wieder bei den bürokratischen Hindernissen, die auch in der Landschaftsarchitektur neue Ansätze erschweren oder verhindern. So ließe sich der Gebäudetyp e auf diesen Bereich der Architektur übertragen. Normen und Vorschriften müssten zugunsten neuer Wege überdacht werden. „Erprobte Dinge haben uns in den Schlamassel gebracht, in dem wir sind“, formulierte es Ferdinand Ludwig plakativ. Philip Haggeney, Architekt der Mannheimer Bundesgartenschau, erwähnte in diesem Zusammenhang die Vorschrift, sogenannte heimische Pflanzen zu verwenden, selbst wenn diese aufgrund des Klimawandels mit den örtlichen Gegebenheiten überhaupt nicht mehr zurechtkommen.

    Die Gesprächsrunde formulierte ein eindeutiges Plädoyer für das Experiment und die dabei zwangsläufig erforderliche Fehlerkultur. So könne die Transformation gelingen. Es gibt noch viel zu oft Kollisionen zwischen Pflanze und architektonischem (Hochbau-)Konzept und auch in der Landschaftsarchitektur verhindern überholte Regelungen Innovationen. Dabei sollte das gemeinsame Ziel aller Beteiligten doch vorrangig die Erschaffung und Gestaltung gesunder Lebensräume sein.

    Stephan Weber / 26.02.2024

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