Wie verändert sich der Blick auf Stadt, wenn Architektur nicht nur betrachtet, sondern körperlich erfahren wird? MY PLAYGROUND untersucht das Verhältnis von Parkour, Freerunning und gebautem Raum – und zeigt, wie Traceure urbane Strukturen neu lesen, aneignen und interpretieren.
Der Film begleitet das Team JiYo durch Kopenhagen und darüber hinaus. Mauern, Dächer, Treppen, Geländer und Zwischenräume werden dabei nicht als bloße Hindernisse verstanden, sondern als räumliche Angebote: als Bewegungsräume, Möglichkeitsräume und Schnittstellen zwischen Körper, Stadt und Architektur.
Auch der dänische Architekt Bjarke Ingels, Gründer von BIG Architects, ist fasziniert von dieser Form der Raumaneignung. Er lädt das Team JiYo ein, seine Gebäude auf eine Weise zu erkunden, die klassische Architekturvermittlung hinter sich lässt. Dabei entsteht ein Dialog zwischen Entwurf und Bewegung, zwischen gebauter Form und körperlicher Praxis – und die Frage, ob diese Art der Nutzung vielleicht ebenso experimentell ist wie die Architektur selbst.
Regisseur Kaspar Astrup Schröder richtet den Blick auf eine urbane Kultur, die Stadt nicht passiv konsumiert, sondern aktiv befragt. Von Dänemark über Japan, die USA, Großbritannien und China verfolgt der Film, wie sich urbane Mobilität entwickelt und welche Rolle Architektur dabei spielt.
Im Zentrum steht schließlich auch ein Widerspruch: Das Team JiYo träumt davon, den größten eigenen Parkourpark der Welt zu bauen. Doch gehört Parkour nicht gerade dorthin, wo Stadt unvorhersehbar, offen und nicht vollständig kontrolliert ist?
MY PLAYGROUND ist damit mehr als ein Film über Parkour. Er ist eine Einladung, Stadt neu zu sehen: als Bewegungsraum, als soziales Gefüge und als gebaute Landschaft, die erst durch Nutzung, Aneignung und Perspektivwechsel lebendig wird.