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Mit der Vortragsreihe „Urban Green“ starteten die FÜNF Stuttgarter Kammergruppen, gemeinsam mit den Partnern wie der Kulturinsel, Universität und Stadt Stuttgart sowie der Umweltakademie den fachlichen Austausch darüber, wie der urbane Raum von morgen gestaltet werden kann. Klar ist: Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur übernehmen eine Schlüsselrolle – nicht nur im Entwurf, sondern als strategische Disziplinen für eine resiliente Stadtentwicklung. Bei der ersten Ausgabe standen insbesondere die Wechselwirkungen von Klimaschutz und Klimaanpassung im Fokus.
Die Ausgangslage ist eindeutig: Strom, Wärme und Mobilität verursachen den größten Teil der Emissionen. Im Bausektor entfällt ein erheblicher Anteil auf die sogenannte graue Energie – also Energiemengen, die bereits in Materialien, Herstellung und Bauprozessen gebunden sind. Gleichzeitig wirken sich Hitzeinseln, versiegelte Flächen und Extremwetterereignisse besonders stark auf den urbanen Raum aus. Der Schutz von Infrastruktur und vulnerablen Bevölkerungsgruppen rückt damit in den Mittelpunkt kommunaler Verantwortung.
Naturbasierte Ansätze bieten Lösungsansätze: urbanes Grün, Entsiegelung, Verschattung und Verdunstungskühlung. Grünstrukturen sind nicht nur gestalterisch, sondern vor allem funktional. Oliver Toellner zeigte dies anhand von Beispielen aus der Stadt Heilbronn – vom blaugrünen Neckarband über das Modellquartier Neckarbogen bis zu Sommerzonen und Kühlstrategien. Heilbronn verdeutlicht, warum die Stadt als „European Green Capital“ Maßstäbe setzt.
Auch wissenschaftliche Perspektiven erweiterten den Blick: Das Konzept des „Climate Ready Urban Design“ (Claudia Lüling, IABP, Universität Stuttgart) zeigt, wie sich Stadtklima, Wärmeinseleffekte und thermischer Komfort systematisch in Planungsprozesse integrieren lassen. Ihr Fazit: „You can’t beat physics – aber wir können mit ihr arbeiten.“
Deutlich wurde zudem, dass klimagerechtes Bauen mit planetaren Grenzen verbunden ist. Elif Kälberer (IBBTE, Universität Stuttgart) gab dem Publikum mit: Ressourcenverbrauch gilt es zu reduzieren, Materialkreisläufe zu schließen und Gebäude anpassungsfähig zu gestalten.