Veranstaltungsort für Tagungen, Seminare, Produktpräsentationen oder Pressekonferenzen.
Informationen für private und gewerbliche Bauherrinnen und Bauherren, Städte und Kommunen.
Liebe Kolleg:innen,wenn wir aktuell über die Arbeit in der Kammergruppe sprechen, kommen wir an einem Thema kaum vorbei: öffentliche Vergabeverfahren – und die Frage, wie fair, offen und qualitätsorientiert sie tatsächlich noch sind. In den vergangenen Monaten haben sich die Rückmeldungen aus euren Büros deutlich verdichtet. Große VgV-Verfahren, langfristige Rahmenverträge und Generalunternehmermodelle verändern die Spielregeln spürbar – oft zulasten des lokal verankerten Mittelstands und kleinerer Planungsbüros. Der Zugang zu den weniger werdenden öffentlichen Aufträgen wird enger, Verfahren komplexer, die Hürden höher. Gleichzeitig beobachten wir einen deutlichen Rückgang von Planungswettbewerben. In der öffentlichen Diskussion – zuletzt auch im Mannheimer Morgen – wird das Wettbewerbswesen aktiv infrage gestellt. Einzelne problematische Projektverläufe werden pauschalisiert und als Argument gegen qualitätssichernde Verfahren genutzt. Für viele Büros ist das ein ernstes Thema: ihre Existenz hängt davon ab, dass sie überhaupt Zugang zu Aufträgen und fairen Wettbewerben haben.Planungswettbewerbe sind für uns nicht nur ein Verfahren, sondern gelebte Baukultur – und ein Stück demokratischer Praxis. Wenn sie zurückgedrängt werden, wird zu oft hinter verschlossenen Türen entschieden, was unsere Städte prägt. Gleichzeitig investieren viele Büros erhebliche Ressourcen in Verfahren, ohne zu wissen, ob sich dieses Engagement überhaupt noch trägt. Das ist nicht nur eine berufspolitische Frage – es ist eine Frage der Zukunft unserer gebauten Umwelt. Genau deshalb suchen wir aktuell bewusst den Austausch mit euch: im Beirat, im direkten Gespräch mit Büroleiter:innen und in neuen Formaten wie dem wiederbelebten Planungsdialog. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Debatte versachlichen und gemeinsam Wege aufzeigen, wie Vergabeverfahren wieder das leisten können, was sie leisten sollen – Wirtschaftlichkeit und Qualität zusammenbringen, Innovation ermöglichen und faire Chancen für alle schaffen.Gleichzeitig zeigt uns unsere Arbeit auch, was möglich ist, wenn wir Themen aktiv setzen: Unser Neujahrsempfang in der Alten Feuerwache mit über 300 Gästen hat einmal mehr gezeigt, wie groß das Interesse an Austausch und Baukultur in der Region ist. Das Themenjahr Holzbau mit 17 nahezu ausgebuchten Veranstaltungen hat eindrucksvoll belegt, welche Kompetenz und Innovationskraft vor Ort vorhanden ist. Darauf bauen wir auf: Mit dem Themenjahr „Wohnen“ 2026 gehen wir den nächsten Schritt – größer, öffentlicher und mit noch mehr Partner:innen aus der Region. Denn klar ist: Die Frage des Wohnens ist die soziale Frage unserer Zeit – und sie braucht gute Planung, nicht einfache Antworten.Mit kollegialen Grüßen,Dennis Ewert
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M.A. Dennis Ewert Freier Architekt
M.A. Yordanka Ivanova Rotta Freie Innenarchitektin