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  • v.l. Martin Seebauer, BM Adrian Schlenker, BM Klaus-Peter Waldenberger, Christof Luz, BM Thomas Hölsch, Prof. Franz Pesch

    Gute Freiraumplanung hebt Grenzen auf!

    v.l. Martin Seebauer, BM Adrian Schlenker, BM Klaus-Peter Waldenberger, Christof Luz, BM Thomas Hölsch, Prof. Franz Pesch
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    Landschaftsarchitektentag 2015
    Der Drang in den Freiraum ist groß, jeder will ihn, jeder braucht ihn – so die einleitenden Worte zum Landschaftsarchitektentag von Christof Luz, Vorstandsmitglied der Architektenkammer für den Fachbereich Landschaftsarchitektur.
    Rund 80 Gäste versammelten sich anlässlich des Landschaftsarchitektentages am 9. Oktober 2015 im Haus der Architekten. Während seiner Begrüßung, stellte Christof Luz Martin Seebauer, Landschaftsarchitekt, Stadtplaner und Mediator aus Berlin als Moderator vor, der charmant durch den Tag führte. Wie im Programm angekündigt, referierten zunächst die drei geladenen Bürgermeister zum Thema "Freiraum ist Lebensraum" und begründeten, warum es nötig war, in den Freiraum ihrer Gemeinde oder Stadt zu investieren.
    Bürgermeister Adrian Schlenker aus Mögglingen
    Adrian Schlenker aus Mögglingen (ca. 4.200 Einwohner) berichtete, wie seine Kommune mit guter Freiraumplanung den südlichen und nördlichen Ort verbinden und die Barrieren durch die B 29 und die Rems überwinden wird. Mittel für die Interkommunale Remstal Gartenschau 2019 ermöglichen es außerdem, Konzepte zu finanzieren, damit das innerörtliche Wegenetz mit begleitenden Freiräumen verdichtet werden kann und zusätzliche Querungen über die Rems entstehen. Der Freizeitwert des Remsufers wird dadurch aufgewertet und der südliche Ort erhält eine bessere Anbindung zum Bahnhof.
    Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger aus Lauffen a.N.
    Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger aus Lauffen a. N. (ca. 11.000 Einwohner) hatte die Aufgabe, die zwei Ortsteile Lauffen-Stadt und Lauffen-Dorf über den Neckar hinweg besser miteinander zu verbinden. Planungen zur Eingrenzung der Neckar- und Zaberhochwässer haben dazu geführt, dass die Stadt den zum Unort verwahrlosten Kiesplatz neugestaltet und mit gewässerökologischen Eingriffen die Zabermündung wieder erkenn- und erlebbar gemacht hat. Entstanden ist ein großer Festplatz, der direkt im Flussdreieck liegt und die neue Mitte von Lauffen bildet. Diese Maßnahme ist ein vergleichsweise kostengünstiger Schlüssel gewesen, um aus einem Sanierungsgebiet eine gelungene Freiraumplanung zu erschaffen.
    Aus Dußlingen (ca. 5.800 Einwohner) kam Thomas Hölsch, der schilderte, wie die Gemeinde mittels eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des Bürgerparks auf der Tunneldecke der B 27 wieder zusammengewachsen ist. Vorangegangen war nach 45 Jahren Planung die Entscheidung, die Bundesstraße unter Dußlingen hindurchzuführen und damit von ca. 32.000 Kfz zuentlasten. Mit Städtebaufördermitteln hat die Kommune einen Bürgerpark finanziert, der mit barrierefreien Fuß- und Radwegen die Ortsteile sowie den Spiel- und Mehrzweckplatz miteinander verknüpft.
    Bürgermeister Thomas Hölsch aus Dußlingen
    Martin Seebauer leitete die anschließende Diskussionsrunde, bei der Prof. Franz Pesch, Stadtplaner mit Büros in Dortmund und Stuttgart, den Blick von außen auf die Ausführungen der Bürgermeister lenkte. Er stellte fest, dass alle drei Orte Grenzen überwunden haben, die durch Infrastruktureinrichtungen, wie Bundesstraßen oder Hochwasserschutzanlagen, entstanden sind. Die "Barrieren sind im Kopf", so sein Credo. Umso wichtiger ist es, dass auch kleinere Gemeinden den Mut haben, Grenzen zu überschreiten, um für ihre Bürger außerhalb großer Metropolen lebenswert zu bleiben. Wir müssen uns von der Metropolenorientiertheit lösen, betonte er. Die Forumsrunde brachte Seebauer schließlich auf einen Nenner: Bürger beteiligen, Gemeinderat einbinden, gut vorbereitete Alternativen aufbauen sowie Vertrauen schaffen zwischen Planern und Auftraggebern; dann ist ein gutes Ergebnis sicher.
    Martin Seebauer (r.) mit Prof. Rainer Sachse
    Im Anschluss dazu warf Prof. Rainer Sachse aus Düsseldorf einen Blick in die Zukunft. Er informierte über aktuelle Untersuchungen, die dem Freiraum eine wichtige Rolle zukommen lassen. Es wachsen die Städte mit dem höchsten Lebenswert. Was ist den Menschen wichtig? An dritter Stelle bereits steht der grüne Lebensraum im Wohnumfeld. Die Individualisierung in der Gesellschaft führt zu einem Freizeitverhalten, das weniger den Vereinssport sucht sondern vielmehr Möglichkeiten zum Radfahren, Joggen, Schwimmen - unabhängig und zu jeder Zeit machbar. Die Gleichzeitigkeit verschiedener Nutzungen, Raum für viele Kulturen und Platz für alle Generationen ist die Devise. Freiraum schafft Freiheit, so Prof. Sachse.

    Hier finden Sie das Programm:

    Landschaftsarchitektentag 2015: Freiraum ist Lebensraum

    Baukultur
    Freiraum ist Lebensraum

    Freiraum ist Lebensraum

    Der Duden schreibt: "Lebensraum ist der Raum in dem sich jemand oder eine Gemeinschaft frei bewegen kann." Darin liegt der notwendige Kompromiss der geschlossen werden muss, wenn man sich mit dem öffentlichen Raum auseinander setzt. Es geht auch um die Gemeinschaft, daher gilt es immer zu diskutieren und abzuwägen. Wo könnte dies besser geschehen als in einem Wettbewerbs- oder Gutachterverfahren und mit dem Einsatz eines Gestaltungsbeirats.
    mehr24.08.2015
    Ralph Wölffing-Seelig / 28.10.2015

    Beispielhaftes Bauen

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    Konversion der Illenauwiesen
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    Das Mühlegärtle − Erlebbarkeit der Steinlach
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    Grüngürtel
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    Uferpark an der Acher
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    Bürgerpark Grüne Mitte Weinstadt
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